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Neurologie: Junge Köpfe denken schneller

MRT-Hirnscans im Durchlicht
Im Jahr 2005 veröffentlichten Adam Gazzaley von der University of California in San Francisco und Kollegen die Ergebnisse einer Versuchsreihe, in der sie ihre Probanden anwiesen, sich aus einer Abfolge von Bildern nur die Portraits zu merken, Landschaftsaufnahmen aber zu ignorieren. Dabei schnitten junge Menschen im Alter von 19 bis 30 Jahren deutlich besser ab als 60 bis 77-Jährige.

Einen möglichen Grund dafür zeigten Magnetresonanzaufnahmen des Gehirns. Während des Versuchs stieg bei allen Probanden die Aktivität in den für die Erkennung von Gesichtern zuständigen Gehirnarealen. Doch bei den Jungen ruhten derweil die für die Wahrnehmung von Landschaftsbildern zuständigen Bereiche, während sie bei den Senioren ebenfalls auf Hochtour arbeiteten. Das Umgekehrte galt, wenn die Portraitbilder ignoriert werden sollten.

In einer neuen Versuchsreihe prüften die Neurologen nun, welchen Einfluss die Verarbeitungsgeschwindigkeit auf die Gedächtnisleistung hat. Dazu wiederholten sie den Versuch, verwendeten aber die Elektroenzephalografie zur Messung der Hirnströme. Diese erreicht – im Gegensatz zur funktionellen Magnetresonanztomographie – eine Zeitauflösung von wenigen Millisekunden. Dabei erwies sich, dass sich die Hirnaktivität bei jungen und alten Versuchspersonen nur während der ersten halben Sekunde unterscheidet. Ältere Menschen benötigen demzufolge einfach mehr Zeit, um wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen.

Jan Hattenbach

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