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Alterungsprozesse: Junges Blut belebt alte Muskeln

Wenn ältere Muskeln nicht so gut wie junge heilen, liegt das nicht an ihnen selbst. Schuld am schlechteren Heilungsprozess ist das alte Blut, berichten Thomas Rando von der Stanford-Universität und seine Kollegen. Ihre Studie basiert auf der Beobachtung, dass auch betagtere Muskeln durchaus über die Fähigkeit zur Eigenreparatur verfügten – wenn sie mit jungem Blut versorgt werden.

Tierversuche mit Mäusen, deren Blutgefäßsysteme gekoppelt waren, brachten die Forscher auf diese Spur. Dabei konzentrierten sie sich auf jene Signale, die so genannte Satellitenzellen stimulieren, die Stammzellen von Muskelfasern. Diese Zellen teilen sich bei einer Verletzung und bilden so neues Muskelgewebe und weitere Satellitenzellen für die Heilung zukünftiger Verletzungen. Bei älteren Mäusen sind Satellitenzellen nach wie vor vorhanden, reagieren aber bei Muskelverletzungen nicht. Waren die Tiere aber mit jüngeren Artgenossen verbunden, wurden diese Zellen genauso aktiv wie bei einem Jungtier. Auch bei Versuchen mit Leberzellen konnten Rando und sein Team dieses Phänomen beobachten. Offenbar enthält das jüngere Blut Signalstoffe zur Aktivierung der Muskelstammzellen, die dem älteren Blut fehlen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich diese Erkenntnisse auch auf einen alterungsbedingten Muskelabbau beim Menschen anwenden lassen. Bis dahin ist allerdings noch ein langer, schwieriger Weg. Herauszufinden, was genau in dem jungen Blut die Satellitenzellen mobilisiert, sei eine Riesenaufgabe, meint Rando: Bei Tausenden von Proteinen, Lipiden, Zuckern und anderen winzigen Molekülen im Blutserum schon allein zu entscheiden, womit man beginnt, sei gleichbedeutend mit einem Würfelspiel.
17.02.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 17.02.2005

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