Juno-Sonde: Das bislang beste Bild des Jupitermonds Thebe

Von den inneren vier kleinen Jupitermonden, die innerhalb des innersten Galileischen Mondes Io den Riesenplaneten umrunden, wissen wir bislang nur wenig. Das liegt daran, dass sie äußerst klein sind und sich sehr nahe am Planeten befinden, wo es aufgrund der intensiven Partikelstrahlung des mächtigen Jupitermagnetfelds auch für Raumsonden gefährlich ist. Am 1. Mai 2026 wagte sich die NASA-Raumsonde Juno dennoch in diese Hochrisikozone vor und konnte dabei den nur etwa 100 Kilometer großen Mond Thebe aus einem Abstand von 5000 Kilometern aufnehmen. Die kleinsten auf diesem Bild sichtbaren Strukturen sind etwa drei Kilometer groß.
Die Aufnahme entstand mit der Stellar Reference Unit (SRU), die zur optischen Navigation der Sonde im Weltraum dient. Die SRU nimmt für diesen Zweck Bilder des Sternenhimmels auf, die an Bord verarbeitet und vom Computer zur Steuerung genutzt werden. Mit der SRU lassen sich jedoch auch Bilder lichtschwacher Objekte gewinnen und zur Erde übertragen. In dieser Aufnahme war Thebe gerade noch im Bildfeld der Kamera enthalten.
Interessanterweise entstand die Aufnahme nicht mit der Hauptkamera JunoCam, über deren Zustand die NASA seit September 2025 selbst auf direkte Nachfrage keine Informationen mehr verlauten lässt. Die zuletzt veröffentlichten Bilder zeigen starke Störungen im Bildverlauf und im Bildrauschen, die auf die enorme Strahlungsbelastung in Jupiternähe zurückzuführen sind. Ob JunoCam noch einsatzfähig ist, bleibt daher weiter unklar.
Thebe, auch als Jupiter XIV bezeichnet, wurde im Jahr 1979 auf Bildern der Raumsonde Voyager 1 von ihrem Vorbeiflug am 5. März entdeckt. Der Mond erschien auf den Entdeckungsbildern nur als ein leuchtschwacher Punkt. Erst mit der Jupitersonde Galileo, die den Riesenplaneten und seine Monde in den Jahren 1995 bis 2003 aus der Nähe erkundete, gelangen erste detailreichere Aufnahmen dieses Himmelskörpers. Der auf dem Bild sichtbare Einschlagkrater trägt den Namen Zethus und hat einen Durchmesser von rund 40 Kilometern.
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