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Beobachtungstipps: Planetenschau im Sommermonat

In der zweiten Nachthälfte wird es im Juni spannend! Dann nämlich wechselt Jupiter seine scheinbare Bewegung und setzt zu seiner diesjährigen Oppositionsschleife an.
Jupiter und Saturn, Kollage von Alexander Müller

Merkur steht am 11. Juni in unterer Konjunktion und ist unsichtbar.

Venus ist Abendstern. Auf Grund der flach stehenden Ekliptik kann sie sich aber nicht wirklich aus der Dämmerung befreien und steht tief über dem Nordwesthorizont. Den gesamten Juni über findet man sie kurz nach 22:00 Uhr MESZ bei Ende der bürgerlichen Dämmerung, wenn die Sonne sechs Grad unter den Horizont gesunken ist, zwischen 5,5 und 6 Grad hoch. Sie geht etwa 1,5 Stunden nach der Sonne unter und ist mit ihrer scheinbaren Helligkeit von –3,9 mag nur bei klarem Horizont gut zu sehen. Die rund 10 Bogensekunden große Venusscheibe ist zu über 90 Prozent beleuchtet. Die zunehmende Mondsichel passiert Venus vom 11. auf den 12. Juni (siehe »Venus, Mars und Erdtrabant«).

Mars wandert im Juni von den Zwillingen in den Krebs. Er ist als 1,8 mag heller Lichtpunkt in der Abenddämmerung zwischen 10 und 15 Grad über dem Westnordwesthorizont zu sehen. Am 1. Juni geht der Planet um 00:26 Uhr MESZ unter, am 30. Juni bereits um 23:19 Uhr. Das Marsscheibchen ist Ende des Monats gerade noch 3,9 Bogensekunden groß – das ist etwas mehr als das Uranusscheibchen bei Opposition. Am Abend des 13. befindet sich die zunehmende Mondsichel (10,5 Prozent) 1,6 Grad nördlich des Mars.

Venus, Mars und Erdtrabant | Zur Monatsmitte erfreuen uns der junge zunehmende Mond und die Nachbarplaneten mit stimmungsvollen Konstellationen am Abendhimmel.

Jupiter setzt am 21. Juni im Sternbild Wassermann zu seiner Oppositionsschleife an, wechselt also seine scheinbare Bewegung von rechtläufig (Richtung Osten) nach rückläufig (Richtung Westen). Der Mitte des Monats –2,5 mag recht helle Riesenplanet geht am 1. Juni um 01:47 Uhr MESZ auf, am Monatsletzten um 23:54 Uhr. Er wird damit zum Objekt der zweiten Nachthälfte. Zum Monatsende steht er bei Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung 28 Grad hoch im Süden. Auf der 45 Bogensekunden großen Jupiterscheibe (gemessen am Planetenäquator) lassen sich im Teleskop Wolkenstrukturen sowie in seiner Umgebung der Tanz seiner vier hellen Monde verfolgen (siehe »Göttervater und Gefolge«). Am 7. Juni kommt es zu einer gegenseitigen Verfinsterung von Jupitermonden: Von 03:36 Uhr bis 03:41 Uhr wirft Io seinen Schatten auf den Mond Europa. Dabei wird dessen Helligkeit für knapp fünf Minuten um bis zu 0,2 mag abnehmen.

Göttervater und Gefolge | Als krönender Abschluss einer tollen Beobachtungsnacht auf der Mossauer Höhe bei Darmstadt entstand am frühen Morgen des 1. Mai 2019 diese Aufnahme Jupiters. Es war dunstig bei gutem Seeing. Mit Beginn der Morgendämmerung stand Jupiter rund 17 Grad hoch über dem Horizont. Neben den vier Galileischen Monden sind die Wolkenbänder des Gasriesen und der Große Rote Fleck gut erkennbar. Zum Einsatz kam ein 5-Zoll-Apo-Refraktor.

Saturn hat seine Oppositionsschleife am 23. Mai begonnen und bewegt sich im Juni rückläufig (westwärts) durch das Sternbild Steinbock. Am 1. Juni betritt der Ringplanet um 01:06 Uhr MESZ die Himmelsbühne; am 30. Juni um 23:10 Uhr. Zum Monatsende kulminiert er gegen 03:43 Uhr in einer Höhe von rund 22 Grad. Im Teleskop erscheint Saturn 18,5, mit Ringen sogar 42,5 Bogensekunden groß. Der Mond passiert Saturn vom 27. auf den 28. Juni südlich (siehe »Monatslauf für Mond und Gasplaneten«).

Monatslauf für Mond und Gasplaneten | Blicken wir Anfang Juni (oben) und Ende Juni (unten) zu den Sternbildern Wassermann und Steinbock, so können wir Jupiter und Saturn, die beiden größten Planeten im Sonnensystem, ausmachen. Unser Begleiter gesellt sich dazu.

Uranus ist ein Objekt des Morgenhimmels und geht am 1. Juni um 04:02 Uhr MESZ, am 30. Juni bereits um 02:11 Uhr auf. Man findet ihn, als 5,8 mag helles Sternchen, 12 Grad südöstlich des 2,0 mag hellen Sterns Alpha Arietis (a Ari) im Widder. Ein Fernglas erleichtert die Aufsuche, erst ein Teleskop zeigt ab Vergrößerungen von 150-fach die 3,5 Bogensekunden große Uranusscheibe. Für eine Beobachtung wartet man am besten bis zur zum Dämmerungsbeginn, weil erst dann der Planet Horizonthöhen von etwas mehr als zehn Grad erreicht.

Neptun beginnt im Sternbild Wassermann am 26. Juni seine Oppositionsschleife. Mit 7,9 mag ist er nur mit Fernglas oder Teleskop zu sehen. Seine Aufgangszeiten verfrühen sich von 01:31 am 1. Juni auf 00:38 Uhr MESZ am 30. Juni. Die Neptunscheibe erscheint unter einem Winkel von 2,3 Bogensekunden.

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