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Astrophysik: Kältester Brauner Zwerg entdeckt

Ein internationales Astronomenteam um Philippe Delorme vom Observatorium Grenoble in Frankreich hat den bislang kältesten Braunen Zwerg entdeckt. Mit einer Temperatur von 350 Grad Celsius ist er deutlich kühler als bisher bekannte Vertreter dieser Art von astronomischen Objekten, die eine Sonderstellung zwischen Sternen und Planeten einnehmen.

Zwar teilen sie einige Eigenschaften mit Gasriesen wie Jupiter und Saturn, sind aber um einiges heißer und massereicher. Ihre höhere Temperatur ist durch Kernfusionsreaktionen in ihrem Inneren bedingt, wie zum Beispiel Lithium- und Deuteriumfusionen. Eine Kernfusion wie bei echten Sternen ist auf Grund ihrer zu geringen Masse jedoch nicht möglich.

Die bisher bekannten Braunen Zwerge lassen sich anhand ihrer Temperatur und der Beschaffenheit ihrer Atmosphäre in zwei Klassen einteilen: Die L-Zwerge rangieren von 1200 bis 2000 Grad Celsius, und ihre äußere Atmosphäre enthält Wolken aus Staub und Aerosolen, während die T-Zwerge Temperaturen unter 1200 Grad sowie eine methanhaltige Atmosphäre aufweisen. Gasplaneten dagegen sind kälter als minus 100 Grad Celsius. Der neu entdeckte Himmelskörper – CFBDS J005910.83-011401.3 oder kurz CFBDS0059 genannt – schließt somit die Lücke zwischen kalten Gasriesen und heißen Zwergsternen.

Mit seinen ungewöhnlich kalten 350 Grad Celsius und der Tatsache, dass er sich im Gegensatz zu bereits bekannten Braunen Zwergen unter anderem aus Ammoniak zusammensetzt, könnte CFBDS0059 sich als Prototyp einer neuen Zwergsternklasse entpuppen, den Y-Zwergen. (alj)
11.04.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.04.2008

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