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Umweltgifte: Kaffeemaschine entgiftet Reis

Arsen aus dem Grundwasser reichert sich in Reis an - und gefährdet Millionen Menschen. Ein Haushaltsgerät verspricht Abhilfe.
Kaffeemaschine

In einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel lauert eine potenziell tödliche Bedrohung: Arsen. Das Getreide nimmt überdurchschnittlich viel des giftigen Metalls auf. Besonders in Asien hat das ernste gesundheitlichen Folgen für Millionen Menschen, die auf Reis als Nahrungsmittel angewiesen sind. Kaffeemaschinen sollen das Problem nun lösen, wenn es nach einem Team um Andrew Meharg von der Queen's University in Belfast geht. Statt den Reis im Topf köcheln zu lassen, spülen die Maschinen permanent frisches heißes Wasser durch die Nahrung und laugen so das wasserlösliche Arsen aus den Körnern – im Schnitt etwa die Hälfte des enthaltenen Giftes.

Krimifans wissen: In hohen Dosierungen wirkt Arsen schnell tödlich – aber auch kleinere Konzentrationen sind gesundheitsschädlich und werden mit verschiedenen Tumorerkrankungen in Verbindung gebracht. Auch in Deutschland warnte das BfR vor Arsen in Reis und Reisprodukten. Meharg und seine Arbeitsgruppe wussten aus früheren Untersuchungen bereits, dass die Arsenmengen im Reis sinken, wenn man große Mengen Wasser verwendet – selbst wenn das Wasser selbst Arsen enthält. Diese Erkenntnis führten sie nun einen Schritt weiter, indem sie im Labor einen Apparat bauten, der Reis kontinuierlich mit kochendem Wasser durchspült. Zum Vergleich testeten sie außerdem eine handelsübliche Kaffeemaschine, die das Gleiche zu einem Bruchteil der Kosten macht. Tatsächlich entfernte die Labor-Apparatur bis zu 85 Prozent des enthaltenen Arsens aus dem Reis, die Kaffeemaschine im Durchschnitt immerhin noch die Hälfte.

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