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Kultvögel

Kakapos bereiten sich auf wildes Leben vor

Neuseelands Kakapos haben eine Rekordbrutsaison hinter sich. Doch die Arbeit geht weiter: Einige Küken müssen auf die Freiheit vorbereitet werden.
Neuseeländischer Kakapo genießt das wilde Leben auf einer rattenfreien Insel

Die Neuseeländer freuen sich über 35 kleine Kakapos: Das Ergebnis der diesjährigen Brutsaison. Wohl seit Jahrzehnten sind nicht mehr so viele Küken der stark bedrohten Papageienart geschlüpft und aufgewachsen wie 2016 – beim bisherigen Spitzenreiter 2008 hatten 33 Jungtiere überlebt. Sollten alle Tiere in den nächsten Wochen überleben, steigt der Weltbestand der Kakapos auf mehr als 150 Individuen, dreimal so viele wie zu Beginn der 1990er Jahre. Damals wurde ein ehrgeiziges Erhaltungsprogramm ins Leben gerufen. Nicht alle Küken konnten von ihren Müttern großgezogen werden: Manche wurden nicht ausreichend mit Nahrung versorgt, bei anderen war die Schale beschädigt, oder der Nachwuchs hatte sich Krankheiten zugezogen, die behandelt werden mussten.

Insgesamt zwölf kleine Kakapos wurden daher in einem Artenschutzzentrum in Invercargill mit der Hand aufgezogen – zwei davon hätten ohne intensive Maßnahmen wohl nicht überlebt. Mittlerweile sind die Küken jedoch so weit aufgewachsen, dass sie wieder auf ihre Heimatinseln zurückkehren können. Fünf davon wurden beispielsweise nach Anchor Island ausgeflogen, wo sie nun auf ihr Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden. In einem großen Freigehege sollen sie sich akklimatisieren und langsam selbstständig werden. Eine erste Gruppe von vier Tieren wurde bereits "entlassen", als die Wetterbedingungen sehr gut waren. Sie werden noch eine Woche lang täglich auf ihre Gesundheit überprüft, danach dann einmal pro Woche.

Ihre zukünftige Heimat wird intensiv von Mitarbeitern des neuseeländischen Departments für Naturschutz überwacht, damit keine Säugetiere eingeschleppt werden und sich verbreiten. Die Inseln waren zuvor von Ratten, Wieseln und anderen invasiven Arten befreit worden. Säugetiere kamen ursprünglich bis auf wenige Ausnahmen nicht natürlich in Neuseeland vor; die Kakapos haben daher wie viele andere Vogelarten der Region auch keine Anpassungen daran entwickelt. Kleine Raubtiere und Ratten reduzierten die Bestände zahlreicher Vögel, weil sie diese direkt jagten oder deren Eier fraßen.

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