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Israel: Kanaaniter liebten Lebensart der Minoer

University of Haifa
Der Palast von Tel Kabri zeugt bis heute vom Wohlstand des bronzezeitlichen Volks der Kanaaniter – und vom exklusiven Geschmack seiner Bewohner. Denn anders als in anderen Orten West-Galiläas jener Zeit, hatte man hier eine Schwäche für das Kunsthandwerk der auf dem fernen Kreta lebenden Minoer.

Tel Kabri war vor etwa 3600 Jahren die wichtigste Stadt der Region – und zum Glück für die Archäologen ist sie noch immer gut erhalten. So auch der Palast, in dessen Inneren Assaf Yasur-Landau von der University of Haifa und seine Mitarbeiten Bruchstücke eines typisch tiefblauen Freskos fanden, ganz im minoischen Stil. Außerdem stießen die Wissenschaftler auf unzählige getöpferte Krüge, Becher und Schalen, die ihren Ursprung in der Ägäis haben.

In den letzten Jahren waren die Forscher bereits mehrfach überrascht, als sie in dieser Region auf minoische Objekte stießen. In anderen Städten der Levante jener Zeit wie dem nördlicheren Tel Hazor fanden Archäologen hingegen überwiegend Gegenstände mesopotamischer oder syrischer Machart.

Die große Zahl der Funde lässt den Schluss zu, dass die Bewohner nicht einfach nur den exotisch anmutenden Stil der Minoer mochten, sondern jenes Volk aus der Ägais geradezu verehrten. "Die Kanaaniten lebten in der Levante", konstatiert Ausgrabungsleiter Yasur-Landau, "doch sie wollten sich fühlen wie Europäer".

Nicole Mai

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