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Infektionskrankheiten: Katzenparasit infiziert Meeressäuger per Kleinfisch

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Kalifornische Wissenschaftler haben eine mögliche Erklärung für zunehmend häufige Infektion von Meeressäugern mit einem eigentlich landlebenden Katzenparasiten gefunden. Robben, Wale und Seeotter infizieren sich demnach womöglich, weil sie Sardellen erbeuten, die zuvor die infektiösen Eier des Toxoplasma-Parasiten im Schmutzwasser aufgenommen haben.

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Toxoplasma gondii in Wirtszelle | Mehrere Individuen des Toxoplasmose-Errgegers Toxoplasma gondii (blau) sitzen in einer Zelle ihres Wirts.
Die Kleinfische verschlucken tatsächlich massenhaft Toxoplasma-Eier und transportieren sie auch für längere Zeit in ihrem Körper, bestätigten Gloeta Massie von der California Polytechnic State University und ihre Kollegen im Laborexperiment. In freier Wildbahn könnten also aus Katzenkot stammende Infektionsstadien des Schmarotzers mit Abwässern ins küstennahe Meer gespült werden, sich vor Ort in Sardellen anreichern und von ihnen dann auf die offene See verbracht werden, so die Vorstellung der Wissenschaftler. Dort gelangten die Parasiten schließlich über die Nahrungskette in Meeressäuger. Die Forscher wollen nun auch experimentell belegen, dass toxoplasmatragende Sardellen tatsächlich Meeressäuger infizieren.

Besonders Seeotter leiden vor der kalifornischen Küste unter Toxoplasma gondii und sterben häufig an Hirnentzündungen. Auch in Robben, Delfinen und Walrossen sind schon Anzeichen des Parasiten gefunden worden; zudem könnten sie für einige Fälle tödlicher Beluga-Enzephalitis verantwortlich sein. Bisher war der Infektionsweg vom Katzenkot zum Meeressäuger allerdings mysteriös. Untersuchungen hatten darauf hingedeutet, dass Toxoplasma-Infektionsstadien sich in Meeresmuscheln anreichern, diese werden aber nicht von allen Arten verspeist. (jo)

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