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Ungewollte Schwangerschaft: Kein nachweisbarer Zusammenhang zwischen Abtreibung und Depression

Es gibt keinen statistisch signifikanten Nachweis, dass eine Schwangerschaftsunterbrechung zu Depressionen führen kann. Damit widerlegen zwei amerikanische Psychologinnen die von Abtreibungsgegnern geäußerte Vermutung, nach der Frauen, die zum ersten Mal ihr Kind abtreiben lassen, verstärkt unter psychischen Störungen leiden.

Sarah Schmiege von der Universität von Colorado und Nancy Russo von der Universität von Arizona hatten die langjährigen psychologischen Daten von 1247 US-amerikanischen Frauen ausgewertet, die eine unerwünschte Schwangerschaft entweder ausgetragen oder abgebrochen hatten. Dabei zeigte sich, dass Frauen, die sich für eine Abtreibung entschieden hatten, sogar unter weniger Depressionen litten. Dies könne jedoch auf Unterschiede in Ausbildung und Einkommen beruhen, betonen die Wissenschaftlerinnen: Frauen, die finanziell besser gestellt sind, neigen eher zu Abtreibungen und haben meist weniger Kinder als Mütter aus niedrigeren sozialen Schichten. Große Familien bergen wiederum ein erhöhtes Depressionsrisiko.

Frühere Untersuchungen hatten einen Zusammenhang zwischen Abtreibung und Depressionen hergestellt. Diese Studien hätten jedoch ungeplante Schwangerschaften mit eingeschlossen, die dennoch zu gewollten Kindern führen können, betonen Schmiege und Russo. In ihrer eigenen Untersuchung hätten sie nur ungewollte Schwangerschaften berücksichtigt.

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