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News: Kein Platz für große Tiere

Naturschutzgebiete sollen die Vielfalt der heimischen Tierwelt bewahren. Doch wo legt man die Schutzgebiete am besten an, um dieses Ziel möglichst effektiv zu erreichen? Mithilfe der Faktoren Niederschlag und Bodenfruchtbarkeit versuchten Wissenschaftler jetzt, eine Weltkarte zu erstellen, welche die potenzielle Artenvielfalt von Großwild anzeigt. Die meisten Gebiete, auf denen besonders viele Pflanzenfresser leben könnten, sind bereits durch Landwirtschaft verloren.
GiraffeLaden...
Egal ob Elefanten, Bisons, Giraffen oder Pferde – die großen Pflanzenfresser prägen das Bild wichtiger Ökosysteme des Festlandes. Ausgedehnte Naturschutzgebiete versuchen, diese Artenvielfalt auch für die Zukunft zu erhalten. So groß einzelne Naturparks auch sein mögen, insgesamt sind die unter Naturschutz stehenden Flächen recht klein, und die Einrichtung neuer Schutzgebiete gestaltet sich als schwierig. Hierfür fehlen auch verlässliche Voraussagen, wo ein neues Naturschutzgebiet am effektivsten angelegt werden könnte, um möglichst viele Arten vor der Ausrottung zu schützen.

Han Olff und Herbert Prins von der niederländischen Wageningen University versuchten zusammen mit Mark Ritchie von der amerikanischen Syracuse University abzuschätzen, in welchen Gebieten die größte Vielfalt an Großwild leben könnte. Dabei gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Kombination zweier Faktoren die Biodiversität der Pflanzenfresser im Wesentlichen bestimmt: die Menge des Niederschlags und die Fruchtbarkeit des Bodens. Denn diese beiden Daten beeinflussen die Quantität und die Qualität der Nahrung. Große Pflanzenfresser brauchen viel Nahrung, wobei die Qualität eher von geringerer Bedeutung ist; kleine Pflanzenfresser benötigen weniger Nahrung, dafür aber von höherer Qualität. Somit wäre eine Naturschutzgebiet mit reichlich Regen geeignet für große Pflanzenfresser wie Elefanten oder Büffel, während sich auf einem Gebiet mit fruchtbarem Boden und weniger Niederschlag vor allem kleinere Pflanzenfresser wie Gazellen oder Hasen tummeln sollten.

Dieser doch recht einfache Ansatz bestätigte sich, als die Forscher ihn an 88 afrikanischen und 34 nordamerikanischen Naturparks überprüften. Trotz großer Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen scheinen tatsächlich Niederschlag und Bodenfruchtbarkeit die Biodiversität zu bestimmen. Damit konnten die Wissenschaftler eine grobe Weltkarte aufstellen, die zeigt, wo die potenzielle Artenvielfalt von Pflanzenfressern besonders hoch ist.

Wie sich herausstellte, hatte bereits mehr als die Hälfte dieser besonders günstigen Regionen durch Landwirtschaft ihre Biodiversität eingebüßt. Ein weiteres Viertel wird in den nächsten 25 Jahren verloren gehen, sodass bis zum Jahr 2025 weniger als 1,2 Prozent als artenreiche Biotope übrig bleiben wird. Es wird eng für große Tiere.

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