Direkt zum Inhalt

Krebsforschung: Kein Zusammenhang zwischen Krebs-Sterblichkeit und Feiertagen

Nach Aussagen von Donn Young und Erinn Hade von der Ohio State University gibt es keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Herannahen wichtiger Feiertage oder Geburtstage und der Sterberate von Krebskranken. Damit widersprechen sie der weit verbreiteten Meinung, Kranke könnten durch reine Willenskraft ihren Tod bis nach Weihnachten oder ihren Geburtstag hinauszögern.

Die beiden Wissenschaftler untersuchten dazu den Todeszeitpunkt von knapp 310 000 Krebskranken Ohios zwischen 1989 und 2001 und setzten ihn in Bezug zu Weihnachten, Erntedank und dem jeweiligen Geburtstag der Personen. Dabei zeigte sich, dass die Sterberate keinen ausgeprägten saisonalen Verlauf nimmt: Sowohl vor als auch nach den Festtagen waren keine statistisch signifikanten Unterschiede auszumachen.

In früheren Studien unter jüdischen Männern und älteren chinesischen Frauen wurde ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Verstorbenen und dem Herannahen wichtiger religiöser und kultureller Feiern gemessen. Vor den Feiertagen nahm die Mortalität beträchtlich ab, um danach umso stärker wieder anzusteigen. Die beiden Forscher führen dies aber eher auf statistische Verzerrungen und zu kleine Untersuchungsgruppen zurück.

Die natürliche Sterblichkeitsrate einer Bevölkerung unterliegt allerdings tatsächlich einem jahreszeitlichen Verlauf. Während der Sommermonate erreicht die Kurve ihre niedrigsten Werte. Danach steigt sie an, bis sie etwa drei Wochen nach Weihnachten ihren Höchststand erreicht. Anschließend sinkt sie wieder bis zum Sommer ab. Dies hängt jedoch mit den Jahreszeiten und ihrem Wetter sowie den Temperaturen zusammen, nicht aber von Feiertagen.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte