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News: Kein Zweifel

Im Universum gibt es nichts Gewalttätigeres als die Gammastrahlenausbrüche, deren Ursprung seit Jahrzehnten rätselhaft ist. Im März 2003 wurden Astronomen erneut Zeugen eines solchen gamma-ray bursts und haben nunmehr keinen Zweifel, dass die Blitze zum Zeitpunkt eines Sternentodes ausgesandt werden.
Kein Zweifel
Als amerikanische Wissenschaftler Ende der sechziger Jahre versuchten, mithilfe von Satelliten die heimlichen Atomwaffenversuche der Gegner zu entlarven, misslang ihnen das zwar, dafür empfingen sie aus dem All überaus heftige und lange Zeit höchst rätselhafte Gammastrahlenausbrüche.

Diese Gammastrahlenexplosionen sind eine Million Billionen Mal, also unvorstellbar viel heller als die Sonne und dürften an Heftigkeit wohl nur vom Urknall übertroffen worden sein. Da die Astronomen derzeit nichts Gewalttätigeres kennen als den Tod massereicher Sterne, hegen sie seit langem den Verdacht, dass hinter den Gammastrahlenausbrüchen Supernovae stehen.

Mittlerweile haben Astronomen in aller Welt eine Vielzahl solcher gamma-ray bursts beobachtet und immerhin herausgefunden, dass es kurze, mitunter nur Millisekunden andauernde und lange, bis zweiminütige Ausbrüche gibt. Und zumindest bei diesen letzteren, den long gamma-ray bursts, besteht nunmehr kaum ein Zweifel, dass sie das Ende massereicher Sterne markieren.

Gleich drei Arbeitsruppen um Makoto Uemura von der Kyoto University [1], Paul Price vom Mount Stromlo Observatory bei Canberra [2] und Jens Hjorth von der University of Copenhagen [3] sind zu diesem Schluss gekommen, nachdem der im All stationierte High Energy Transient Explorer (HETE-2) am 19. März 2003 den bisher nächsten Gammastrahlenausbruch beobachtete und Alarm schlug. Innerhalb weniger Sekunden wurde an jenem Tag um 12:37:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit in kaum mehr als zwei Milliarden Lichtjahren Entfernung eine Energie freigesetzt, mit der die Sonne mehr als zehn Millionen Jahre strahlen könnte.

Schon 90 Minuten später hatten Forscher weltweit mithilfe von HETE-2 die Koordinaten des Blitzes bestimmt und unverzüglich irdische Teleskope auf den Punkt im All gerichtet. Und tatsächlich, am Ort des Blitzes war ein heller Stern erschienen, der in den nächsten Tagen charakteristischerweise an Leuchtkraft verlor. Nachdem die Forscher aus dieser Helligkeitsabnahme den Zeitpunkt der Explosion zurückrechnen konnten, war klar: Supernova und Gammastrahlenexplosion erfolgten in ein und demselben Augenblick.

Und noch etwas: Die Lichtkurven des Gammastrahlenblitzes GRB030329 und der Supernova SN2003dh sind beinahe identisch mit zwei ähnlichen Ereignissen aus dem Jahr 1998, welche schon damals den Verdacht erregten, Gammastrahlenblitze seien Ausdruck einer Supernova – nur war damals die zeitliche Übereinstimmung nicht genau bestimmbar.

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