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Dunkle Materie: Keine "Dunklen" Gravitationskräfte nachzuweisen

Der Verdacht mancher Astronomen, Dunkle Materie könnte einer stärkeren Gravitationskraft unterliegen als die derzeit bekannte, scheint sich als unhaltbar zu erweisen. Diese Theorie war entwickelt worden, um mit ihr seltsame Phänomene zu erklären, wie zum Beispiel, warum viel weniger Zwerggalaxien existieren, als dies nach herkömmlichen Modellen der Fall sein sollte.

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Sagittarius | Die Sagittarius-Zwerggalaxie – hier als unregelmäßiges Objekt unterhalb des Zentrums unserer Galaxis zu sehen – wird von den Gravitationskräften der Milchstraße zerrissen.
Durch Beobachtungen der Zwerggalaxie Sagittarius, die unsere Milchstraße umkreist, konnten Wissenschaftler um Michael Kesden von der Universität Toronto und Marc Kamionkowski vom California Institut of Technology in Pasadena eine Abweichung der "Dunklen" Gravitationskraft von mehr als zehn Prozent ausschließen.

Ebenso wie der Mond auf der Erde Gezeiten hervorruft, wirkt auch die Gravitationskraft der Milchstraße auf den uns zugewandten Teil der Zwerggalaxie stärker als auf den äußeren. Dadurch ändert sich nach Kepler die Geschwindigkeit, mit der die Sterne auf den entsprechenden Seiten um die Milchstraße rotieren, und es entstehen ein vorauslaufender sowie ein "hinterherhinkender" Zweig. Wäre nun die Anziehungskraft Dunkler Materie stärker, so hätte die Zwerggalaxie lediglich eine "Sternenschleppe", nicht jedoch auch einen vorauslaufenden Ast, da ihr Kern, in dem sich die Dunkle Materie befindet, stärker von der Milchstraße angezogen werden würde. Dadurch würde er näher an die Galaxis heranrücken, schneller rotieren und damit dem Rest der Galaxie davonlaufen. Die Argumentation setzt jedoch voraus, dass die rätselhafte Materie sich auch wirklich im Zentrum von Sagittarius befindet.
05.10.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 05.10.2006

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