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News: Keine einheitliche Schwerkraft auf dem Mond

Anomalien im Gravitationsfeld des Erdtrabanten sind für das ungewöhnliche Flugverhalten von Mondsonden verantwortlich. Zu diesem Schluss kamen der Planetenwissenschaftler Alex Konopliv vom Nasa Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) und seine Kollegen, nachdem sie die Umlaufbahnen verschiedener Satelliten analysierten.
Apollo Satellit
Der im Vorhinein berechnete Orbit änderte sich oftmals sehr schnell und einige Raumsonden stürzten sogar ungewollt auf die Oberfläche. Schuld daran seien Regionen auf dem Mond, die eine besonders hohe Dichte besitzen und so Schwankungen im lunaren Gravitationsfeld erzeugen. Überfliegt eine Sonde die starken Massekonzentrationen oder kurz Mascons, so würde ihr Kurs je nach ursprünglicher Flugbahn stark beeinflusst.

Die meisten Umlaufbahnen von Satelliten würden dadurch instabil werden. Nur ganz bestimmte Orbits erlauben, den Mond störungsfrei zu umrunden. Andernfalls müssten ständige Kurskorrekturen für Stabilität sorgen.

Allein auf der sichtbaren Seite des Mondes befinden sich fünf große Mascons – alle in lunaren Seen. Das Gewicht eines Astronauten würde sich darin, im Vergleich zur restlichen Oberfläche, um etwa 0,5 Prozent erhöhen, so die Wissenschaftler.

Mascons finden sch beispielsweise auch auf dem Mars. Venus oder Erde weisen auf Grund ihrer aktiven tektonischen Vergangenheit, die für eine homogene Masseverteilung sorgte, keine derartigen Dichtschwankungen auf.

Maike Pollmann

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