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News: Keine Herzmuskelzellen aus Stammzellen

Zwei Arbeitsgruppen bezweifeln, dass sich blutbildende Stammzellen aus dem Knochenmark zu Herzmuskelzellen differenzieren können. Damit wäre die Hoffnung vieler Ärzte, Herzinfarktpatienten mit körpereigenen Stammzellen zu helfen, zunichte gemacht.

Charles Murry von der University of Washington und seine Kollegen hatten genetisch markierte Knochenmarkszellen in geschädigte Herzmuskel von Mäusen injiziert [1]; die Forscher um Leora Balsam von der Stanford University hatten in einem ähnlichen Experiment fluoreszenzmarkierte Knochenmarkszellen verwendet [2]. Beide Forschergruppen konnten jedoch eine Differenzierung der Stammzellen in funktionsfähige Herzmuskelzellen nicht nachweisen; es bildeten sich lediglich neue Blutzellen. Der Eingriff verbesserte zwar die Pumpleistung des Herzmuskels, die Überlebensrate der Mäuse wurde jedoch nicht verlängert.

Frühere Experimente anderer Wissenschaftler hatten Hinweise geliefert, dass blutbildende Stammzellen abgestorbene Herzmuskelzellen ersetzen könnten. Im Jahr 2001 hatte sich der Zustand eines Herzinfarktpatienten der Universität Düsseldorf nach der Transplantation körpereigener Knochenmarkszellen erheblich verbessert. Der Nachweis, dass sich hierbei tatsächlich neue Herzmuskelzellen aus den Stammzellen gebildet hatten, war jedoch damals ausgeblieben.

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  • Quellen
[1] Nature 10.1038/nature02446 (2004)
[2] Nature 10.1038/nature02460 (2004)

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