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News: Keine sauren Heringe

Manche Fische tolerieren erstaunlich saures Wasser. Ihnen machen durch Umweltverschmutzung sauer gewordene Seen und Flüsse wenig aus, bei großer Anstrengung produzieren sie manchmal sogar selbst Säuren. Ihr Geheimnis ist ein Hormon, mit dessen Hilfe sie Bicarbonat zurückhalten, das die Säure neutralisiert.
Wenn Fische in saurem Wasser schwimmen, gelangen Wasserstoffionen durch Haut und Kiemen in ihr Blut und lassen dessen pH-Wert ebenfalls sinken. Müssen sich die Fische anstrengen, greifen sie auf Lactose als Energiequelle zurück, wobei wiederum Säuren als Nebenprodukt entstehen.

Sho Kakizawa und seine Mitarbeiter am Ocean Research Institute der University of Tokyo haben festgestellt, daß die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) unter solchen Bedingungen ein Hormon produziert, das unter dem Namen Somatolactin bekannt ist und nur bei Fischen vorkommt (The Journal of Experimental Biology 200). Die Wissenschaftler vermuten, daß es in der Hirnanhangsdrüse synthetisiert wird, doch sie wußten bisher nicht, welche Aufgaben das Hormon erfüllt.

Mit dem Anstieg der Somatolactin-Konzentration im Blut nimmt auch der Gehalt an Bicarbonat zu, einer schwach alkalischen Substanz, die der Säure entgegenwirkt. Um zu demonstrieren, daß es sich dabei um kein zufälliges Zusammentreffen handelt, hielten sie den Somatolactin-Spiegel künstlich niedrig, während sie die Fische der sauren Umgebung aussetzten. Tatsächlich fanden sie dann auch nur wenig Bicarbonat.

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