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News: Keine Sorge vor'm Durchleuchten

Bei Kernspintomographie-Untersuchungen wird der Patient starken Magnet- und elektrischen Hochfrequenzfeldern ausgesetzt. Der Einsatz der Methode für schwer hörgeschädigte Menschen mit Cochlea- Implantaten war daher bisher fraglich. Experten haben jetzt herausgefunden, daß sich zumindest die von ihnen untersuchten Implantante mit der Kernspintomographie vertragen.
Ein Cochlea-Implantat tragen meist Personen, die etwa durch eine Schädigung des Mittelohres taub oder schwerhörig sind. Dabei wandelt ein extern mitgeführter, kleiner Sprachprozessor akustische Signale, beispielsweise Sprache, in ein elektrisches Signal um und sendet dieses als digitale Information zum eigentlichen Implantat. Dieses sitzt in einer Mulde hinter dem Ohr. Das Implantat übermittelt die vom Sprachprozessor ankommenden Informationen direkt an den Hörnerv des Patienten.

Der Einsatz von Kernspin-Tomographie bei solchen Patienten ist nicht unproblematisch. Die Kernspin- oder Magnetresonanz (MR)-Tomographie ist ein modernes, bildgebendes Verfahren, in erster Linie für medizinische Untersuchungen. Sie wird heute in vielen Fällen dort angewandt, wo bisher Röntgen- oder Computertomographie-Diagnosen durchgeführt wurden. Bei der MR-Tomographie wird der Patient keiner ionisierenden Strahlung ausgesetzt.

Bisher war unklar, ob sich Teile des Cochlea-Implantats bei einer Kernspin-Tomographie nicht soweit erwärmen, daß das umliegende Gewebe geschädigt werden könnte. Auch sahen Experten die Möglichkeit, das sich durch das starke Magnetfeld Teile aus ihrer Urspungslage lösen und so Funktionsstörungen oder gar Verletzungen verursachen könnten.

Zumindest für österreichische Patienten kann nun nach Meinung von Wissenschaftlern Entwarnung gegeben werden: "Unsere Ergebnisse sind eindeutig, die in Österreich verwendeten Cochlea-Implantate sind sicher", erklärte Ingeborg Hochmair-Desoyer vom Institut für Angewandte Physik der Universität Innsbruck. Die einzige Voraussetzung sei, daß die Operation mindestens ein halbes Jahr zurückliegen müsse. Sofern das Gerät gut eingepflanzt sei, komme es beim Patienten nicht einmal zu unerwünschten Höreindrücken.

Lediglich das Bild des Kernspintomographen werde in der unmittelbaren Umgebung des eingepflanzten Geräts etwas verzerrt, was bei den üblichen Untersuchungen allerdings auch kein Problem darstellen dürfte, betonte die Wissenschaftlerin.

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