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Ethologie: Klare Aufgabenteilung bei der Klimaanlage im Hummelnest

Wie Forscher der Universität Washington und Puget Sound bei Versuchen mit Hummeln herausgefunden haben, betätigen sich anscheinend auch diese Insekten bei der Aufzucht ihrer Brut als lebende Heizkessel und Kühlventilatoren – aber mit strikter Arbeitsteilung.

Die Wissenschaftler hatten Nester der westlichen Nordamerika vorkommenden Bombus huntii verschiedenen Temperaturen ausgesetzt und dabei beobachtet, dass manche Spezialistinnen nur für die Erhöhung der Temperatur in der Nähe der Brutstätte zuständig waren, während andere nur für Abkühlung sorgten.

Diese häusliche Aufgabenteilung sei dabei sogar unter erschwerten Bedingungen nicht auswechselbar. Selbst nachdem die Forscher in einem Nest die fleißigsten Brüterinnen entfernten und die Temperatur absenkten, intensivierten die verbliebenen Heizerinnen binnen 24 Stunden schlicht ihre Anstrengungen, ohne Hilfe von zusätzlichen Arbeiterinnen aus anderen Aufgabenbereichen zu bekommeln. Darüber hhinaus seien – anders als erwartet – nicht die dicksten Brummer bei der Klimatisierung der Kinderstube aktiv, sondern eher die kleineren Vertreterinnen ihrer Art. Die großen Exemplare kümmerten sich dagegen mehr um die Nahrungsversorgung.

Dass Bienen durch Vibrationen ihrer Flugmuskulatur Wärme erzeugen oder mit Wasser und Flügelschlag die Temperaturen und so in ihrer Kinderstube für optimale Brutbedingungen sorgen können, ist schon länger bekannt. Allerdings herrscht hier keine Arbeitsteilung – dieselben Bienen kümmern sich um einheizen wie abkühlen. Die Temperatur im Stock spielt dabei eine entscheidende Rolle: War es während der Verpuppungszeit zu kühl, resultieren Tiere, die sich schlechter zurechtfinden und daher nicht als Nektarsammlerinnen ausfliegen. Normalerweise wechseln Bienen mit dem Alter den "Beruf": Nach etwa drei Wochen Dienst im Stock folgt eine Phase mit aktiver Nahrungssuche, bis sie als ältere Tiere wieder dauerhaft in den Stock zurückkehren.

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