Direkt zum Inhalt

News: Kleine Nachbargalaxien nicht verwandt mit der Milchstraße

Eine an der Europäischen Südsternwarte durchgeführte Reihenuntersuchung von Sternen lässt Zweifel an der gängigsten Theorie zur Entstehung größerer Galaxien aufkommen. Diese Theorie hatte vorausgesagt, dass unsere Milchstraße durch die Fusion kleinerer, älterer Minigalaxien entstanden ist. Letztere sollten aber besonders typisch metallarme Sterne aus der Frühzeit des Universums enthalten – also solche mit sehr geringen Mengen an Elementen, die schwerer als Wasserstoff und Helium sind. Dies bestätigte sich nun aber nicht, als die Forscher 2000 Sterne in vier benachbarten Zwerggalaxien mit dem Very Large Telescope untersuchten.

Die Sterne dort enthielten im Gegenteil recht häufig größere Mengen an Eisen als prognostiziert. Die Elementen-Verteilung der Zwerggalaxien entspreche zwar in etwa jener in dem so genannten Halo der Milchstraße, der unsere Galaxis umgibt und besonders Kugelsternhaufen und alte Sterne enthält. Die sehr metallarmen Sterne der Milchstraße fehlten aber den Zwerggalaxien, so die Wissenschaftler nach ihrer Auswertung.

Damit sei "die Chemie der Zwerggalaxie-Sterne mit den derzeitigen kosmologischen Modellen nicht in Einklang zu bringen", meint die Autorin Amina Helmi von der Universität Groningen. Die Milchstraße habe sich also wohl auch nicht aus fusionierten Zwerggalaxien gebildet. (jo)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte