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Klima: Pazifikregion heizt auf – sehr starker El Niño erwartet

Die Temperaturen in einem bestimmten Teil des Pazifiks steigen ungewöhnlich stark und damit die Wahrscheinlichkeit für einen Rekord-El-Niño. Was das bedeuten könnte.
Darstellung einer geografischen Karte des Pazifischen Ozeans, die Temperaturabweichungen der Meeresoberfläche zeigt. Die Karte hebt Bereiche mit erhöhten Temperaturen in Rot und niedrigeren Temperaturen in Blau hervor, insbesondere entlang des Äquators. Diese Darstellung könnte auf ein El Niño-Phänomen hinweisen. Die Küstenlinien von Nord- und Südamerika sind im Hintergrund sichtbar.

Dieser Inhalt wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von Spektrum.de nicht redaktionell bearbeitet.

Das aktuelle Klimaphänomen El Niño verstärkt sich zusehends und könnte nach Expertenschätzungen sogar das größte seit Messbeginn werden. Die direkten Auswirkungen auf Europa sind nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch ungewiss. Menschen und Landwirtschaft in anderen Erdregionen könnte es aber deutlich stärker treffen – und damit auch in Deutschland Preise für bestimmte Produkte erhöhen.

»Im Pazifik bahnt sich eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen an«, schreibt der DWD. »Die Entwicklung ist bereits deutlich erkennbar.« Über dem zentralen und östlichen Pazifik – einer Region, die für die Entstehung des El Niños entscheidend ist – lagen die Meeresoberflächentemperaturen im Juli demnach deutlich über dem Mittel.

Besonders betroffen von einem starken El Niño können laut DWD unter anderem Teile Amerikas, Australiens, Asiens und Afrikas sein. Während es in einigen sonst trockenen Gebieten zu kräftigen Niederschlägen kommen könne, führe El Niño in anderen Regionen häufig zu schwerer Dürre.

Folgen hängen von vielen Faktoren ab 

In Europa seien die Folgen eines starken El Niños deutlich weniger ausgeprägt. Es liegt weit weg vom tropischen Pazifik. Das Klimaphänomen könnte dort laut DWD vor allem indirekte Auswirkungen durch Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation haben. Die konkreten Folgen hingen jedoch von vielen Faktoren ab und seien aktuell »noch nicht adäquat« prognostizierbar.

Armin Bunde, Emeritus von der Universität Gießen, der selbst El Niños berechnet hat, verwies auf indirekte Auswirkungen. »So können schlechte Ernten im Pazifikraum zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen«, sagte er vor einiger Zeit.

Für die Zahl erlaubter Schiffs­passagen im Panamakanal sind schon Folgen angekündigt: Die buchbaren Durchfahrten werden ab September schrittweise leicht gesenkt, wie die Verwaltung der Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik mitteilte. Trotz der laufenden Regenzeit und bereits ergriffener Wassersparmaßnahmen, um die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño abzumildern, seien zusätzliche vorbeugende Schritte erforderlich. Der Panamakanal funktioniert mit Schleusen. Jedes Mal, wenn ein Schiff hindurchfährt, fließt Süßwasser ins Meer ab.

»Historisches Ereignis« möglich

Nach Angaben der US‑Klimabehörde (NOAA) verstärkt sich El Niño derzeit und wird mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent in den kommenden Monaten zu einem »sehr starken« Ereignis. Das ist die höchste von vier Kategorien. Es könnte sogar der stärkste El Niño seit Messbeginn werden. »Während der Saison von Oktober bis Dezember 2026 besteht eine 69-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein historisches Ereignis, das die Stärke aller bisherigen El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 übertreffen würde«, hatte die NOAA kürzlich geschrieben.

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