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Klimastatistik: Klimawandel macht Dürre zur Megadürre

Nach einem sehr trockenen Jahr 2021 ist die aktuelle Dürre im westlichen Nordamerika die trockenste Phase seit 1200 Jahren. Sie wäre ohne den Menschen kürzer und milder gewesen.
Foto aus einem ausgetrockneten Seebett auf eine Brücke, im Vordergrund ein Ast.

Dank des sehr trockenen Jahres 2021 ist die Dürreperiode im Südwesten der USA jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit die intensivste Megadürre der letzten 1200 Jahre. Dass sie frühere Megadürren übertrifft, liege außerdem am menschengemachten Klimawandel, berichten Fachleute in »Nature Climate Change«. Das Team um A. Park Williams von der University of California in Los Angeles analysierte dafür die Bodenfeuchte über den gesamten Zeitraum außerordentlicher Trockenheit seit dem Jahr 2000 einschließlich des Jahres 2021, das in vorherigen Analysen nicht enthalten war. Demnach war die mittlere Bodenfeuchte in dieser Periode niedriger als in jedem anderen gleich langen Zeitraum seit mindestens dem Jahr 800.

Laut einem Klimamodell ohne menschengemachten Klimatrend hätte die Trockenperiode ohne diesen nicht an frühere Megadürren herangereicht. Tatsächlich hätte sie, so die Analyse, dann erst 2007 begonnen und würde kaum aus den Schwankungen der letzten anderthalb Jahrtausende herausstechen. Durch den menschengemachten Klimawandel lag die Bodenfeuchte zwischen 2000 und 2021 um 42 Prozent niedriger als im Szenario ohne Klimawandel. Analysen des Zeitraums von 2000 bis 2018 hatten mit anderen Klimamodellen einen nahezu identischen Wert ergeben, was die aktuellen Ergebnisse stützt.

Insgesamt lagen die Niederschläge im Mittel um 8,3 Prozent unter dem Vergleichszeitraum von 1950 bis 1999, die Temperatur um 0,91 Grad höher. Die Bodenfeuchte, die als wichtigster Indikator anhaltender Dürre gilt, lag um 0,87 Standardabweichungen unter dem berechneten Mittelwert der Periode seit dem Jahr 800. Die zweittrockenste Periode von 1571 bis 1591 lag demnach 0,83 Standardabweichungen darunter. Die Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass wegen der statistischen Unsicherheit der Wert mit geringer Wahrscheinlichkeit auch höher gewesen sein könnte als in der aktuellen Dürre.

In früheren Analysen hatten Experten die aktuelle Trockenperiode nicht als Megadürre klassifiziert, weil der Winter 2020 vergleichsweise feucht war und die Dürre seit der Jahrtausendwende zuvor deutlich kürzer anhielt als historische Megadürren. Nicht nur rechtfertigt nach Ansicht von Williams und seinem Team das folgende trockene Jahr nun die Einstufung als Megadürre, Fortschreibungen auf Basis historischer Daten legen außerdem nahe, dass die Trockenheit insgesamt mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa drei Vierteln bis zum Jahr 2030 dauern wird.

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