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Artenvielfalt: Klimawandel bedroht Südafrikas endemische Flora

Mimetes cuculatus
Fortschreitender Klimawandel – und Änderungen in der Landnutzung – gefährden zunehmend die Proteaceen, eine der charakteristischen und sehr artenreichen Pflanzenfamilien des Kapflorenreiches im südlichen Afrika.

Protea lepicarpodendron | Die Proteaceen Südafrikas – hier Protea lepicarpodendron – sind zunehmend durch den Klimawandel gefährdet. Steigende Erwärmung und Austrocknung lassen ihren Lebensraum selbst in Schutzgebieten um bis zu sechzig Prozent schrumpfen.
Dies zeigen Modelluntersuchungen an 300 Protea-Arten von Wissenschaftlern um Lee Hannah von der Naturschutzorganisation Conservation International. Danach kommt es auch in Schutzgebieten durch zunehmende Erwärmung und Trockenheit zu einer Verkleinerung geeigneter Lebensräume um 36 bis 60 Prozent – ein Trend zur Aufheizung lässt sich bereits seit etwa dreißig Jahren in der Region beobachten. In der Folge werden mindestens 15 Prozent aller Proteaceen aus Schutzgebieten verschwinden. Ein Teil davon weist zudem generell nur sehr kleine Verbreitungsgebiete auf, sodass ein komplettes Aussterben in der Natur sehr wahrscheinlich ist.

Die Forscher betonen zusätzlich die Auswirkungen veränderter Landnutzungsbedingungen – etwa eine Ausweitung des Weinbaus –, in deren Folge weitere 4 bis 13 Prozent der Pflanzen in ihrem Bestand bedroht werden könnten. In ihren Modellen berücksichtigten sie allerdings noch nicht den Einfluss exotischer Arten, die sich zunehmend in der Kapregion ausbreiten und einheimische Spezies verdrängen.

Die so genannte südafrikanische Kapensis ist das kleinste der globalen Florenreiche. Ihre typische Vegetation bezeichnet man als Fynbos: Sie besteht aus vielen, meist endemischen Pflanzenarten und gleicht in ihrem Bild der Macchia des Mittelmeerraums.

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