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Klimawandel: »Dramatischer Wandel« bei antarktischem Gletscher

Der gigantische Thwaites-Gletscher in der Antarktis bekommt bedrohliche Risse. Ein großer Teil des Schelfeises könnte bereits in den nächsten Jahren abbrechen.
Thwaites-Gletscher in der Antarktis

Forschende eines britisch-amerikanischen Projekts haben vor einem »dramatischen Wandel« an einem gigantischen Gletscher in der Antarktis infolge der Erderwärmung gewarnt. Bereits innerhalb von fünf bis zehn Jahren könne ein auf dem Meer schwimmender Teil an der Vorderseite des Gletschers »zersplittern wie die Windschutzscheibe eines Autos«, warnte der leitende US-Glaziologe Ted Scambos von dem Projekt International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) im Gespräch mit der BBC. Sowohl veröffentlichte als auch noch unveröffentlichte Studien deuteten darauf hin, fuhr der Forscher fort. Grund dafür sei warmes Wasser, das unter den Gletscher gelange.

Der Thwaites-Gletscher steht unter Dauerbeobachtung der Wissenschaftler. Sie messen die Geschwindigkeit, in der das Eisfeld schmilzt. Die Menge an Eis, die den Gletscher verlässt, hat sich ihren Angaben zufolge in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt.

Der Thwaites-Gletscher, der auch als »Doomsday Glacier« (Gletscher des Jüngsten Gerichts) bezeichnet wird, liegt in dem als Marie-Byrd-Land bezeichneten westlichen Teil der Antarktis. Das Eisfeld erstreckt sich über eine Fläche von der Größe des US-Bundesstaats Florida. Sollte das gesamte Eis im Einzugsgebiet des Gletschers eines Tages schmelzen, würde das den Meeresspiegel um bis zu 65 Zentimeter steigen lassen, wie die BBC berichtete. Mit diesem Szenario, auf das sich die Bezeichnung mit dem Jüngsten Gericht bezieht, wird aber erst in mehreren Jahrhunderten gerechnet. dpa/AnL

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