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Meeresökologie: Klimawandel könnte Planktonverteilung beeinflussen

Steigende Wassertemperaturen als Folge des Klimawandels könnten die Verteilung und Biomasse von bestimmten dichten und großflächigen Planktonbändern in den Ozeanen negativ beeinflussen.

Diese so genannten Tiefenchlorophyllmaxima (TCM) bestehen aus verschiedenen Algenarten und finden sich in allen Ozeanen in einer bestimmten Wassertiefe – etwa 100 Meter unterhalb des Wasserspiegels. Dort werden sie noch ausreichend vom Sonnelicht erreicht, erhalten aber gleichzeitig auch genügend aufsteigende Nährstoffe aus tieferen, kühleren Wasserschichten. Bislang galten diese Bänder als relativ lagestabil, die sich allenfalls jahreszeitlich im Wasserkörper auf und ab bewegen. Aber Computersimulationen von Jef Huisman von der Universität Amsterdam und seiner Kollegen zeigen, dass sich dies zukünftig bei steigenden Wassertemperaturen ändern könnte, da sich die Schichtung des Wassers bis in größere Tiefen dauerhaft stabilisiert.

Dadurch verringert sich die vertikale Durchmischung des Wassers und die Nährstoffzufuhr von unten mindert sich oder wird gänzlich unterbunden: Die Biomasseproduktion des pflanzlichen Planktons stockt. Gleichzeitig sinken ohne den zusätzlichen Auftrieb schwerere Arten oder abgestorbenes Plankton schneller ab und entziehen den TCM damit weitere Nährstoffe. Es kommt es zu stärkeren Schwankungen der Fotosyntheseleistung, weniger Kohlendioxid kann aus der Atmosphäre aufgenommen und umgewandelt werden, was wiederum den Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre beschleunigen könnte. Durch die Verschiebungen im Artenspektrum könnten nach Meinung der Wissenschaftler die Primärproduktion in den Ozeanen und damit die Nahrungskette beeinflusst werden.

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