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A wie Attraktivitätsforschung: Klingt gut

Die Tochter unsres Chefs heißt Paula. Ein hübscher Name für eine ausgesprochen hübsche kleine Dame. Mit ihren großen, blauen Augen hat sie schon so manches Junggesellenherz erobert. Nichts Ernstes bisher, wohlgemerkt, das hat noch Zeit. Die schlaflosen Nächte der Eltern gehen – noch! – auf andere Ursachen zurück.

Vielleicht aber ein Vorgeschmack auf die Zukunft? Denn: Nicht nur mit ihren hellen, strahlenden Augen, auch mit den dunklen, vollen Vokalen ihres Namens wird sie die Männer betören, glaubt man Amy Perfors vom MIT. Überhaupt scheinen Paulas Eltern da – unbewusst? – eine weise Voraussicht an den Tag gelegt zu haben: Auch Brüderchen Nick, seines Zeichens übrigens inoffizieller Initiator des schwesterlichen Namens, dürfte beim schönen Geschlecht einst gute Karten haben. Frauen nämlich, so berichtet Perfors weiter, bevorzugen helles Klingen in den Ohren: "E"s und "i"s lassen ihre Herzen schmelzen.

Also, Christines und Lenis: Tauft Euch um in Carla oder Lola – es muss ja nicht für immer sein. Säuselt Euer Angebeteter erst Mausi oder Häschen, könnt Ihr ihm Euren wahren Namen getrost verraten. Aber lasst Vorsicht walten, wenn Philipp nur mit Spätzündung auf Ansprache reagiert, wer weiß: Vielleicht steckt ja ein Paul dahinter. Auch Männer nutzen jeden Trick.

Aber ist es nicht schön, dass wir nach den ganzen Körperteil-Verhältnis-Schönheits-Indizes und feminin-maskulin-Gesichtsschnitt-Merkmalen endlich etwas in der Hand haben, das wir selbst beeinflussen können? Sogar bei unseren Sprösslingen, denen wir natürlich nur beste Flirtchancen ermöglichen wollen? Nun ja, ganz so einfach ist es nicht – und damit ein Trost für alle ungnädigen Namens-Inhaber: Wer wirklich attraktiv ist, der kommt auch trotz Hans oder Lise zum Zuge. Schönheit liegt eben auch im Auge, nicht nur im Ohr des Betrachters.

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