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News: Kohlmeise und Kleiber stören sich nicht an Stromtrassen

Noch weitgehend unerforscht sind die Einflüsse elektromagnetischer Felder auf Mensch und Tier. Hinweise auf schädigende Wirkungen haben sich bislang in der Hauptsache nur in Laborexperimenten gezeigt. Frankfurter Forscher haben jetzt erstmalig Erkenntnisse über die Elektrofühligkeit von Singvögeln in der Wildbahn präsentiert.
Seit nunmehr 27 Jahren untersuchen der Zoologe Wolfgang Wiltschko von der Universität Frankfurt und Kollegen das Brutverhalten bestimmter Singvogelarten in Osthessen. Angesicht der hitzigen Diskussion um die gesundheitsschädlichen Wirkungen von EM-Feldern, sagt Wiltschko, habe man überprüft, wie die Tiere auf Hochspannungsleitungen in ihrer unmittelbaren Umgebung reagieren. Mögliche Folgen des Elektrosmogs könnten etwa Mißbildungen oder eine erhöhte Sterblichkeit bei den Jungvögeln sein. Derlei Auffälligkeiten konnten die Wissenschaftler indes nicht beobachten. Auch beim Calciumhaushalt, der für Zahl und Größe der Eier mit verantwortlich ist, zeigten sich keine signifikanten Abweichungen, so Wiltschko.

Für eindeutige Aussagen seien jedoch weitergehende Untersuchungen nötig, räumen die Forscher ein. Man müsse in Rechnung stellen, so Karl-Heinz Schmidt, daß eine nachteilige Wirkung von EM-Feldern möglicherweise nicht ohne weiteres zum Tragen komme: „Dieser Effekt könnte sich aber durchaus einstellen in Jahren, in denen bestimmte Rahmenbedingungen wie die Witterungs- oder Nahrungsverhältnisse besonders widrig sind.”

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