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Römische Kaiser: Kolossaler Hadrian

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Im Süden der Türkei entdeckten belgische Archäologen Teile einer Kolossalstatue des römischen Kaisers Hadrian. Dass sich unter den Fundstücken auch der sehr gut erhaltene, etwa 70 Zentimeter große Kopf der Statue befindet, macht die Identifizierung des römischen Imperators erst möglich. Außerdem legten die Forscher einen 80 Zentimeter großen Fuß und einen 70 Zentimeter großen Teil eines Beines frei. Insgesamt lässt das auf eine Gesamtgröße von vier bis fünf Metern schließen.

Die Marmorstatue lag fünf Meter tief unter der Erde in den Ruinen eines römischen Bades in der Nähe der antiken Stadt Sagalassos. Dort gräbt die Universität Leuven bereits seit 17 Jahren. Marc Waelkens, der Direktor der Ausgrabungen, hofft, auch die anderen Teile der Figur finden zu können. Auch wenn das Bad im siebten Jahrhundert n. Chr. durch ein Erdbeben zerstört wurde, hat der Zerfall der Statue in einzelne Stücke auch einen ganz anderen Grund: Bei ihrer Größe bestand sie aus zusammengesetzten Gliedern.

Hadrian war von 117 bis 138 n. Chr. römischer Kaiser gilt als einer der größten und besten. Er beschränkte sich vorrangig auf die Sicherung des Reiches ohne große Eroberungsfeldzüge durchzuführen. Als Symbol dafür gilt der Hadrianswall in Schottland, der – ähnlich wie der Limes in Mitteleuropa – die römische Welt vor den Barbaren schützen sollte. Hadrians Regierungszeit war außerdem geprägt von vielen Reisen, damit er immer genauesten über die Zustände im Reich informiert war. Trotzdem hatte er genug zeit, um auch zahlreiche Bauten in Rom in Auftrag zu geben. Das Pantheon erhielt seine heutige Gestalt unter ihm, und sein Mausoleum ist heute als Engelsburg bekannt, die den Päpsten Jahrhunderte lang als Zuflucht diente.

Hadrian selbst machte Sagalassos zum Zentrum des Kultes um seine Person in diesem Teil des Reiches, als er es praktisch als Hauptstadt der römischen Provinz Pisidien bezeichnete. Die Stadt konnte daraus viele Vorteile ziehen, denn ein solcher Status lockte viele Besucher an. Die Siedlungsgeschichte um Sagalassos lässt sich bis ins 14. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. Sie galt in griechischer und römischer Zeit lang als sehr reiche Stadt, musste dann aber nach mehreren Erdbeben im sechsten und siebten Jahrhundert n. Chr. zerstört verlassen werden.

Sebastian Hollstein

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