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News: Kometenhafter Aufstieg

Exakt zehn Millionen Jahre, nachdem ein Asteroid den Dinosauriern den Garaus machte, kam die Zeit der Säugetiere. Beinahe schlagartig breiteten sie sich aus und bildeten neue Arten. Der Grund: Ein Komet sorgte für ein wohliges Klima.
Kometenhafter Aufstieg
Viele zig Millionen Jahre fristeten die Säugetiere ein eher bescheidenes Dasein - bis die Erde am Ende des Paläozäns vor 55 Millionen Jahren unvermittelt zum Treibhaus wurde und das Thermometer binnen 1000 Jahren um sechs Grad Celsius anstieg. Vormals kalte und lebensfeindliche Regionen, insbesondere in den nördlichen Breiten, erwärmten sich und boten nunmehr den Säugetieren unzählige Lebensräume.

Erklärt wird die über 100 000 Jahre andauernde Hitzewelle seit einigen Jahren mit untermeerischen Ausbrüchen des potenten Treibhausgases Methan, als Beweis dafür führen die Forscher den plötzlichen und kräftigen Anstieg des methanbürtigen Kohlenstoffisotops 12C in der damaligen Atmosphäre an.

Doch diese Theorie bekommt nun Konkurrenz, und zwar von Forschern um Dennis Kent von der Rutgers University in New Jersey. Sie hatten Proben aus den 55 Millionen Jahre alten Sedimenten vor der Küste New Jerseys untersucht und sind nun der Meinung, dass auch am Ende des Paläozäns, genau wie schon zehn Millionen Jahre zuvor - damals hatte ein kleinstadtgroßer Asteroid den Dinosauriern und mit ihnen der Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten den Garaus gemacht - ein Brocken aus dem All auf die Erde stürzte.

Das wichtigste Argument der Wissenschaftler sind die winzigen, eisenreichen Kügelchen in ihren Sedimenten, die denen ähnlich sind, die weltweit auch für die 65 Millionen Jahre alte Kreide-Tertiär-Grenze typisch sind.

Diese "kosmischen Kügelchen" waren insbesondere wegen ihres hohen Gehalts an Iridium aufgefallen, einem Element, das es in dieser Häufigkeit nur im Kosmos gibt. Es gilt seither als Beweis dafür, dass der Tod der Saurier aus dem All kam. Entstanden waren die Körnchen wohl direkt nach dem Einschlag in der glühend heißen Gas- und Staubwolke, die schließlich um die ganze Erde zog.

In den zehn Millionen Jahre jüngeren Sedimenten von Kent und seinen Kollegen ist diese Iridiumanomalie allerdings weit weniger ausgeprägt, sodass die Forscher zwar von dem außerirdischen Ursprung überzeugt sind, aber davon ausgehen, dass seinerzeit nicht, wie vor 65 Millionen Jahren ein massiver Asteroid, sondern ein vor allem aus Wassereis und gefrorenem Kohlendioxid bestehender Komet auf die Erde stürzte.

Kent und Mitarbeiter konnten sogar abschätzen, dass der Komet ungefähr zehn Kilometer groß sein musste, um mit seinen 95 Gigatonnen Kohlenstoff die 12C-Konzentrationen in den untermeerischen Sedimenten auf das beobachtete Maß ansteigen zu lassen.

Dass für diesen Anstieg allein der Komet verantwortlich war, will allerdings auch Kent nicht behaupten. So räumt er ein, dass die Methanausbrüche am Meeresgrund die Hitzewelle durchaus verlängert haben könnten. Außerdem: Bisher hat noch niemand die Frage beantwortet, wie und warum eigentlich die im Untergrund der Meere eingefrorenen Methanvorräte damals weltweit und in so kurzer Zeit instabil wurden. Kents Kometeneinschlag wäre doch die perfekte Antwort.

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