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Konsum: Kaffee regt den Appetit auf Shopping an

Wer Geld sparen will, sollte vor dem Einkaufsbummel auf Kaffee verzichten: Das koffeinhaltige Getränk steigert die Kauflust. Doch nicht alle sind gleichermaßen betroffen.
Frau mit einer Tasse Espresso

Dass man besser nicht mit leerem Magen einkaufen geht, ist eine alte Binsenweisheit. Allerdings kann auch der falsche Mageninhalt zu mehr Kauflust verleiten. Das berichtet eine internationale Forschungsgruppe aus den USA, Frankreich und Spanien im Fachmagazin »Journal of Marketing«.

Das Team um den Marketingforscher Dipayan Biswas von der University of South Florida richtete vor mehreren Geschäften in Frankreich und Spanien einen Getränkestand ein. Dort gab es zu unterschiedlichen Zeiten entweder gewöhnlichen Espresso, eine entkoffeinierte Version oder Wasser. In einem anderen Versuchsaufbau lockten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Versuchspersonen vor dem Einkauf in eine nahe gelegene Cafeteria und spendierten ihnen dort etwas zu trinken. Genehmigten sich die über 300 Freiwilligen vor dem Einkauf ein Heißgetränk mit Koffein, gaben sie anschließend mehr Geld aus. Unter den Einkäufen fanden sich zudem mehr »hedonistische« Produkte, also solche, die der Unterhaltung dienen.

Der Effekt verringerte sich bei Menschen, die normalerweise mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag tranken. Jene mit einer hohen Koffeintoleranz könnten also vor Kaffee-Impulskäufen gefeit sein: Koffein bewirke im Gehirn eine erhöhte Freisetzung von Dopamin, was sich in der gesteigerten Impulsivität beim Einkaufen niederschlage, so Biswas. Laut dem Marketingforscher sollten deshalb »Verbraucher, die ihre Kauflust kontrollieren wollen, vor dem Einkaufen keine koffeinhaltigen Getränke zu sich nehmen«.

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