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Ägyptologie: Kopf einer Mumie rekonstruiert

Das Gesicht einer dreitausend Jahre alten Mumie von allen Seiten zu betrachten – dies ist nun durch die Arbeit von Federico Cesarani von der Struttura Operativa Complessa di Radiodiagnostica in Asti, Italien und seinen Kollegen möglich. Die Rekonstruktion des Kopfes gelang, nachdem die Forscher den noch komplett bandagierten Körper mit Hilfe von Multidetektor-Computer-Tomographie (MDCT) untersucht haben – eine Röntgentechnik, die auch in der Gerichtsmedizin zum Einsatz kommt.

Schädel der ägyptischen Mumie | Die Form des Schädelknochens wurde mit Multidetektor-Computer-Tomographie bestimmt.
Die Wissenschaftler durchleuchteten die Mumie des ägyptischen Handwerkers in unterschiedlichen Tiefen und setzten das Bild so scheibchenweise zusammen. Mit Hilfe eines im Modellbau häufig verwendeten Verfahren (Rapid Prototyping, Stereolithografie) konnte aus diesen Daten ein 3D-Modell des Kopfes aus Nylon und Plastilin geformt werden. Dieses ist so detailliert, dass sogar ein Muttermal auf der Schläfe des Mannes zu sehen ist, der bei seinem Tod wohl etwa 45 Jahre war.

Rekonstruktion des Gesichts | Der Kopf wurde mit einer stereolithografischen Methode aus Plastilin gefertigt.
Die Gesichts-Rekonstruktion ist die erste, bei der die den Körper umgebenden Bandagen nicht entfernt und damit zerstört oder verändert wurden. Allerdings wird das genaue Aussehen des Ägypters zu Lebzeiten wohl auch in Zukunft ungeklärt bleiben – denn Fettgewebe wird durch die Computer-Tomographie nicht abgebildet. Auch über die Farbe der Haut und der Haare des Toten kann weiterhin nur spekuliert werden.

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