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Erderwärmung: Korallen bleichen zum dritten Mal weltweit aus

In zahlreichen Regionen verlieren die Korallen wieder ihre Farbe. Im schlimmsten Fall sorgt das für ein großflächiges Absterben der Korallenriffe, das Ökosysteme und Artenvielfalt bedroht.
Korallenbleiche vor der Küste Hawaiis, August 2014

Nachdem inzwischen in zahlreichen Regionen der Welt die Korallen erneut großflächig ihre Farbe verlieren, hat die US-amerikanische Nationale Ozean- und Atmosphärenverwaltung NOAA das Ereignis nun offiziell zur dritten globalen Korallenbleiche seit Beginn der Aufzeichnungen erklärt. Zu Stande kommen solche Bleichvorgänge zumeist durch zu hohe Wassertemperaturen, die die Algen, mit denen die Korallen in Symbiose leben, dazu verleiten, vermehrt Giftstoffe zu produzieren. Aus Selbstschutz stößt die Koralle die Symbionten ab, was sie nicht nur weiß und bleich erscheinen lässt, sondern ihr auch ihre wichtigste Nahrungsquelle entzieht und sie anfälliger für Infektionskrankheiten macht. Hält dieser Zustand über längere Zeit hinweg an, stirbt sie schließlich ab. Lokal sind solche Vorgänge schon lange bekannt und treten immer mal wieder auf. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Problem durch die globale Erwärmung und Klimaphänomene wie El Niño aber verschärft. Korallenriffe bleichen großflächig aus und sterben dann ab, was die Küstenregionen anfälliger für Stürme und Ozeanwellen macht sowie Ökosysteme und Artenvielfalt bedroht.

Die aktuelle Korallenbleiche begann nach Angaben der NOAA bereits im Sommer 2014 im Nordpazifik und weitete sich dann 2015 auf die Riffe im Südpazifik und im Indischen Ozean aus. Demnächst werden wohl auch die Korallen in den Gewässern der Karibik ihre Farbe verlieren, wie neure Prognosen zeigen. Die Korallenriffe der USA wird die Bleiche vergleichsweise hart treffen, glauben die Experten: Bis Ende 2015 werden für rund 95 Prozent der Riffe Ozeanbedingungen erwartet, die die Korallenbleiche begünstigen. Besonders gefährdet sind derzeit vor allem die Korallenriffe vor den Hawaii-Inseln, bei denen die Bleiche sich zuletzt verstärkt hat.

Besorgt blicken die Forscher schon jetzt auf 2016. Der erwartete Super-El-Niño wird Klimamodellen zufolge nach der Jahreswende zumindest in Teilen des Indischen und Pazifischen Ozeans wohl erneut Bleichvorgänge anstoßen. Bereits das erste globale "bleaching event" im Jahr 1998 ging mit einem starken El Niño einher, gefolgt von einem ähnlich starken La-Niña-Ereignis, bei dem die Wassertemperatur anschließend fällt. Die zweite weltweite Korallenbleiche ereignete sich dann 2010. "Wir müssen lokal handeln und global denken, um den Bleichvorgängen zu begegnen", sagt Jennifer Koss von der NOAA. "Lokale Bedrohungen wie Umweltverschmutzung an Land und nicht nachhaltige Fangmethoden in der Fischerei stressen die Korallen zusätzlich und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich der Korallenbleiche entziehen können oder sich anschließend wieder von ihr erholen." Auf lange Sicht helfe aber nur eine bessere globale Strategie, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, der einen Großteil zur Ozeanerwärmung beiträgt.

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