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Riffe: Korallen leuchten in Regenbogenfarben (mit Video)

In 50 Metern Wassertiefe ist eigentlich alles eintönig blau - nicht so in einem Riff im Roten Meer. Dort herrscht eine bunte Discoatmosphäre.
Leuchtende Korallen im Roten MeerLaden...

Die Korallenriffe des Roten Meers sind beliebte Tauchreviere. Nun entdeckten Biologen um Jörg Wiedenmann von der University of Southampton ein leuchtendes Spektakel, das die Attraktivität und die Artenvielfalt der Region weiter bereichert – es bleibt allerdings nur spezialisierten Tauchern vorbehalten, denn die von den Forschern in PLoS ONE beschriebenen, fluoreszierenden Korallen wachsen erst in 50 Meter Wassertiefe. Bis dorthin dringt nur noch der blaue Wellenlängenbereich des Sonnenlichts vor, deshalb hatten Wiedenmann und Co auch nicht erwartet, in ihrem untersuchten Riff vor der israelischen Küste vor Eilat eine größere Farbenpracht vorzufinden. Tatsächlich leuchtete die Korallengemeinschaft jedoch in den schönsten Farben von grün über gelb bis rot – womöglich um mit diesem zusätzlichem Licht die Fotosyntheseleistung bestimmter Algen zu steigern, mit denen sie in Symbiose zusammenleben.

© Eyal G, Wiedenmann J, Grinblat M, D'Angelo C, Kramarsky-Winter E, Treibitz T, et al. (2015) Spectral Diversity and Regulation of Coral Fluorescence in a Mesophotic Reef Habitat in the Red Sea. PLoS ONE 10(6): e0128697. doi:10.1371/journal.pone.0128697
Korallen leuchten im Dunkeln

Mit dieser Farbenvielfalt unterscheiden sich die Korallenarten aus dieser Tiefe deutlich von ihren Verwandten im flacheren Wasser. Diese besitzen auch spezielle Leuchtproteine, die jedoch nur grünes Licht abgeben können. Zudem dienen die fluoreszierenden Pigmente dort nach bisherigem Wissen vor allem als eine Art Sonnenschutz, die Koralle und Algengemeinschaft vor schädlicher UV-Strahlung bewahren soll. In Laborversuchen produzierten die Korallen aus den tieferen Wasserschichten sogar noch bei völliger Dunkelheit die Pigmente, was die These stützt, dass sie mit deren Leuchtkraft ihre Symbionten fördern. Wiedenmann und Co denken bereits über praktische Anwendungen nach. Die Proteine könnten beispielsweise bei bildgebenden Verfahren als Signalstoffe eingesetzt werden: Viele der nachgewiesenen Fluoreszenzproteine emittierten rotes Licht und damit größere Wellenlängen. Und diese durchdringen wiederum das Gewebe besser.

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