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News: Kosmischer Wegweiser

Im Januar 1997 stießen Forscher im Sternbild des Großen Bären zum ersten Mal auf eine merkwürdig scharfe und symmetrische Struktur aus ionisierten Gasen. Jetzt scheint es, als wiese das Y-förmige Filament den Weg zu einem Weißen Zwerg - oder einem ähnlich heißen aber schwach leuchtenden Objekt.
Weiße Zwerge – Endstadium sonnenähnlicher Sterne – sind extrem heiße, wenngleich relativ schwach leuchtende Objekte. Sie sind das, was von einem roten Riesenstern übrig bleibt, wenn er am Ende seines Lebens seine äußere Hülle ins All schleudert und zu einem prächtigen planetarischen Nebel wird.

Wenn die UV-Photonen solcher heißen Körper ihre Umgebung ionisieren, entstehen die so genannten Strömgren-Sphären, die – wie der Name sagt – von mehr oder minder kugelförmiger Gestalt sind.

Und so scheint zunächst abwegig, dass Peter McCullough von der University of Illinois at Urbana-Champaign und Robert Benjamin von der University of Wisconsin ausgerechnet ein sehr scharfes, Y-förmiges Filament für das Relikt einer solchen Strömgren-Sphäre halten. Im Januar 1997 wurde es im Sternbild des Großen Bären zum ersten Mal aufgenommen, später konnten Forscher auch seine Entfernung bestimmen: ungefähr 300 Lichtjahre.

Die schmale, lineare Spur erstreckt sich über etwa 2,5 Grad und weist genau auf eine Röntgenquelle, die unter Umständen ein Weißer Zwerg sein könnte – oder ein anderes überaus heißes Objekt schwacher Lichtstärke. Es bewegt sich durch das All und hinterlässt – das vermuten die Forscher jedenfalls – eine Spur ionisierten Wasserstoffs.

Noch sind sich die Forscher nicht sicher, dass sie auf dem richtigen Wege sind, denn es gibt auch andere Erklärungen für das Phänomen. So könnte es sich beim Filament auch um den Jet eines Sterns handeln oder um den untypischen Gasausbruch eines in der Nähe befindlichen planetarischen Nebels. Allerdings sind solche Dinge schon häufig beobachtet worden, und keines ähnelte dem präzise gezeichneten Ypsilon.

Die Astronomen kennen viele Weiße Zwerge, und über viele davon sind sie ziemlich gut informiert. Diese wollen sie nun erkunden und bei ihnen nach ähnlichen Filamenten fahnden. Sollten sie dabei erfolgreich sein, wäre nicht nur eine alte Theorie bewiesen, Gestalt und Aufbau der Filamente gewährten auch vielfältige Einblicke in die Eigenschaften interstellarer Gase.

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