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Stuhltransplantation: Kotkapseln helfen bei Durchfallerkrankungen

Wenn Antibiotika versagen, hilft vielleicht Spenderstuhl: Per Kapsel transplantierte Darmflora macht Clostridien den Garaus, zeigt eine Studie.
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Stuhltransplantationen helfen gegen hartnäckige Darmerkrankungen – das zeigen jedenfalls viel versprechende Tests mit der experimentellen Methode: Um die Darmflora eines Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen, werden gereinigte Fäkalien eines Gesunden in den Darm des Kranken übertragen – üblicherweise per Magen- oder Darmsonde.

Wie Forscher um Ilan Youngster vom Massachusetts General Hospital in Boston berichten, funktioniert das Ganze aber auch mit Kapseln zum Schlucken. Sie enthalten konzentrierten Kot von gesunden Freiwilligen, der tiefgefroren gelagert werden kann. Die Kapseln lösen sich erst nach der Passage durch den Magen auf und geben dann ihre mikrobielle Fracht frei.

Das ergab jetzt ein erster, kleiner Test. Das Team ermittelte darin, dass die Methode sicher ist und nach ein- bis zweimaliger Anwendung 18 ihrer 20 Probanden von einem behandlungsresistenten Durchfall befreite, der durch Clostridium-difficile-Bakterien ausgelöst worden war. Die Probanden hatten dazu zweimal 15 Kapseln einnehmen müssen, die Stuhl von 30 verschiedenen Spendern enthielten.

Zu dessen Gewinnung hatten die Forscher nach Freiwilligen gesucht, die sie anschließend einer allgemeinen Gesundheitsüberprüfung unterzogen, wie sie auch für Blutspenden üblich ist. Für die händische Kapselproduktion werden die Stuhlproben verflüssigt, gefiltert und aufkonzentriert.

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