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Ozeanografie: Krill mischt das Meer auf

Schwimmkrebse wie Krill und andere kleine Tierarten leisten offensichtlich einen wesentlich größeren Anteil an der Durchmischung der Ozeane mit Nährstoffen oder Gasen wie Kohlendioxid als bislang angenommen.

Krill | Krill der Art Euphausia pacifica aus dem Nordwest-Pazifik: Durch ihre vertikalen nächtlichen Wanderung mischen ihre Schwärme das Meer zumindest lokal auf.
Nach den Messungen von Eric Kunze und seines Teams von der kanadischen Universität Victoria erhöhen beispielsweise die je einmal nächtlich auf- und wieder absteigenden Massen des Krills Euphausia pacifica im Saanich Inlet in British Columbia die Stärke turbulenter Strömungen im Wasser um das Drei- bis Vierfache. Der Durchmischungsgrad des tagsüber stabil geschichteten Wassers in der Bucht stieg dadurch sogar um das Hundertfache.

Auf diese Weise tragen die Tierchen womöglich dringend benötigte Nährstoffe aus tieferen Lagen in die daran meist verarmten oberen Meeresbereiche ein, wo sie das Wachstum des Phytoplanktons anregen, die wiederum die Krebse ernähren. Auf ihrem Rückweg schaffen die Krillschwärme indirekt auch größere Mengen Kohlendioxid in die Tiefe und tragen damit ebenfalls zur entsprechenden Senkenwirkung der Ozeane bei.

Kunze und Kollegen bestätigen damit die Ergebnisse anderer Forscher, die eine Durchmischung der ozeanischen Wasserschichten nicht allein durch Stürme oder andere physikalische Größen beeinflusst sehen, sondern auch den Lebewesen einen größeren Anteil daran zubilligen. Gerade in größeren Beständen lebende Arten wie Tiefsee-Tintenfische, Heringe oder Sardinen, aber auch Wale könnten zumindest auf lokaler Ebene durch ihre vertikalen Bewegungen ähnlich stark wirken wie länger anhaltender Sturm.

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