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News: Kuckuck, Kuckuck

Der Kuckuck ist dafür bekannt, daß er von den Pflichten der Kinderaufzucht nicht viel hält. Er legt seine Eier lieber in die Nester anderer Vögel und überläßt so den ahnungslosen „Adoptiv”-Eltern das Füttern und Pflegen des Kükens. Ein Bericht in der Novemberausgabe von Animal Behaviour zeigt, daß manche Kuckucke nicht damit zufrieden sind, nur eines der Eier im fremden Nest zu entfernen, um ihren eigenen Nachwuchs unauffällig unterzubringen. Sie schrecken nicht davor zurück, in den Gelegen die anderen Eier zu beschädigen. So bringen sie die Elternvögel dazu, ihre eigenen Eier sogar selbst aus dem Nest zu werfen und mehr Platz für das Kuckucks-Küken zu schaffen.
Ein Einzelkind hat immer das bessere Los gezogen. Der spanische Häherkuckuck (Clamator glandarius) hält sich an dieses Motto, um seinem Nachwuchs die besten Startmöglichkeiten ins Leben zu bieten. Dafür hat er eine Strategie entwickelt, die den eigentlichen Küken seiner bevorzugten Gasteltern, den Elstern (Pica pica) kaum eine Chance läßt, überhaupt das Licht der Welt zu erblicken.

Manuel Soler und seine Kollegen von der Universidad de Granada fanden heraus, daß ein erwachsener Häherkuckuck die Eier, die sich schon in einem Nest befinden, erst beschädigt, bevor er sein eigenes Ei legt. Bei so vielen kaputten Eiern ist es besonders unwahrscheinlich, daß die ausgewählten Gasteltern ausgerechnet ein heiles Ei nun auch noch aus dem Gelege entfernen. Und ist er erst einmal ausgeschlüpft, dann profitiert der junge Kuckuck von der ungeteilten Aufmerksamkeit seiner neuen Eltern.

Diese Strategie mag vor allem für die spät gelegten Kuckuckseier von Vorteil sein. Im normalen Fall schlüpft der Kuckuck vor seinen „Geschwistern”. Da die Küken des Kuckucks von Anfang an relativ groß sind, stechen sie diese bei dem Wettstreit ums Futter aus. Wenn nun aber ein Kuckucksei sehr spät gelegt wurde, so muß eben die Konkurrenz von Anfang an möglichst klein gehalten werden – aber noch besser, sie fliegt schon vor dem Schlüpfen aus dem Nest.

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