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Himmelsobjekte: Kühler Brauner Zwerg ähnelt vermutlich Gasplanet

Braune Zwerge im Doppelpack
Braune Zwerge sind weder Stern, noch Planet. Denn um die Fusion von Wasserstoff in ihrem Inneren zu entfachen, fehlt es ihnen an Masse, und um zu den Planeten zu zählen, haben sie zu viel davon. Aber auch unter Braunen Zwergen gibt es Unterschiede: Nun spürten Astronomen um Michael Liu von der University of Hawaii einen neuen Kandidaten für das kälteste bislang bekannte Exemplar auf – im Gegensatz zum bisherigen Rekordhalter liegt seine Oberflächentemperatur mehr als hundert Grad niedriger.

Rund 75 Lichtjahre von der Erde entfernt bildet CFBDSIR 1458+10B, so der Name des Neufunds, gemeinsam mit einem anderen Braunen Zwerg ein Doppelsystem. Die Beobachtungen von Liu und Kollegen legen nahe, das die kühle und damit lichtschwächere Komponente nur sechs- bis 15-mal so viel wiegt wie Jupiter – was selbst für einen Braunen Zwerg extrem wenig ist. Zudem betrage die Oberflächentemperatur nur etwa hundert Grad Celsius. Massereiche Braune Zwerge können dagegen mehr als 2500 Grad heißer sein.

Braune Zwerge im Doppelpack
Braune Zwerge im Doppelpack | Diese Aufnahme zeigt das Doppelsystem CFBDSIR 1458+10. Die lichtschwächere Komponente ist der kühlste bislang bekannte Braune Zwerg: Seine Oberfläche hat die Temperatur von kochendem Wasser.
"Bei so einer Temperatur erwartet man von einem Braunen Zwerg ganz andere Eigenschaften als von den bisher bekannten Vertretern dieser Gattung. Das Objekt dürfte einem großen Gasplaneten ähneln – es könnte in seiner Atmosphäre sogar Wolken aus Wasserdampf geben", erläutert Liu. Damit könnten CFBDSIR 1458+10B und andere extreme Exemplare womöglich die Lücke zwischen der bisher kühlsten Klasse von Braunen Zwergen und Gasplaneten wie Jupiter schließen.

Neben CFBDSIR 1458+10B konkurrieren auch zwei andere besonders lichtschwache Objekte um den Titel des kühlsten bekannten Braunen Zwergs. Allerdings konnte deren Temperatur bislang nicht so genau bestimmt werden wie im Fall des Neufunds.

Maike Pollmann

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  • Quellen
The Astrophysical Journal, im Druck
arXiv, 1103.0014, 2011

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