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Besser essen: Künstliche Intelligenz entwickelt den optimalen Burger

Eine KI hat Burger designt, die auf Geschmack, Nährstoffgehalt und Nachhaltigkeit optimiert sind. Im Vergleichstest mit dem Big Mac haben sich die umweltfreundlichen Burger bereits bewährt.
Eine Anordnung von Zutaten auf einem weißen Hintergrund, die für die Zubereitung eines Gerichts verwendet werden könnten. Zu sehen sind Pilze, Spinatblätter, Knoblauchzehen, Rosmarinzweige, Rucola, Senf, Mayonnaise, Öl, Haferflocken, Linsen, Weizenkörner und zwei Brötchen. Die Zutaten sind in kleinen, beschrifteten Schalen angeordnet. Zwei Löffel und zwei Messer liegen daneben. Die Beschriftungen umfassen Begriffe wie "garlic", "mayo", "oil", "rosemary", "mustard", "arugula" und "bun".
Von KI entworfene Zutaten für einen nachhaltigen und dabei leckeren Burger: unter anderem Zucht-Champignons, Rucola, Rosmarin, Körner und Gewürze.

Künstliche Intelligenz kann so manches: in der Medizin Krankheiten erkennen, im Alltag knifflige Fragen beantworten oder Tipps für die Partnersuche geben. Nun haben Forscher eine KI entwickelt, die das optimale Rezept für Burger zusammenstellen soll. Ob Pilz-Burger, Bohnen-Burger, Fisch-Burger oder klassischer Hamburger, hängt ganz von den Präferenzen der Nutzer ab – etwa in Bezug auf Geschmack, Nachhaltigkeit oder Nährstoffgehalt.

Letztlich bestanden die KI-Rezepte auch einen Praxistest an Restaurantbesuchern, wie das Forschungsteam der kalifornischen Stanford University im Fachjournal »npj Science of Food« schreibt. »Die KI hat nicht nur akzeptable Burger-Rezepte erstellt, sondern Burger geschaffen, die für Menschen ein Genuss sind«, erläutert die Biotechnik-Ingenieurin Ellen Kuhl in einer Pressemitteilung ihrer Universität. »Das mag simpel klingen, bedeutet aber, dass das Modell gelernt hat, was Nahrung für den menschlichen Gaumen reizvoll macht.«

Die KI wurde an mehr als 2000 Rezepten trainiert

Der moderne Hamburger sei im späten 19. Jahrhundert als simple Kombination von Hackfleisch und Brot entstanden, schrieb Kuhl jüngst im Fachblatt »Computer Methods in Applied Mechanics and Engineering«. Zwar würden inzwischen allein in den USA pro Jahr 50 Milliarden Hamburger verspeist, aber die Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen möglichen Burger-Zutaten seien weitgehend unerforscht.

Kein Wunder: Die Zahl der möglichen Burger-Rezepte weltweit schätzt das Team in »npj Science of Food« auf zehn Septillionen – das ist eine 1 mit 43 Nullen. Um etwas Ordnung in diese schier endlosen Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Lebensmittel zu bringen, entwarfen Kuhl und zwei Kollegen das öffentlich zugängliche Online-Tool BurgerAI – trainiert an 2216 Rezepten. 

Dabei berechnet die Software nach mathematischen Prinzipien nicht nur den Geschmack eines Burgers, sondern auch seine Textur, seinen Nährstoffgehalt und seine Nachhaltigkeit – also Umweltverträglichkeit –, und dies für verschiedene Altersgruppen, Geschlechter und Lebensstile eines Konsumenten.

»Jahrhundertelang war die Gestaltung von Essen eine Sache von Intuition, Erfahrung und von Versuch und Irrtum«, sagt Kuhl. »Wir fangen an zu zeigen, dass KI die Gestaltung von Essen in eine quantitative Wissenschaft übertragen kann.«

Geschmacklich dem Big Mac ebenbürtig

Ultimativer Test war schließlich ein Blindversuch mit 101 Freiwilligen in einem Restaurant in San Francisco. Sie bekamen fünf KI-designte und professionell zubereitete Burger sowie als Vergleich einen Big Mac. Der Pilz-Burger übertraf das konventionelle Produkt in Bezug auf Nachhaltigkeit um mehr als das Zehnfache, der Bohnen-Burger in Bezug auf den Nährstoffwert immerhin noch um fast das Doppelte, schreibt das Forschungstrio.

Und auch geschmacklich konnten die KI-Burger im direkten Vergleich mithalten: In Geschmack, Textur und im Gesamturteil waren sie dem etablierten Burger-Klassiker mindestens ebenbürtig, wie die Bewertungen auf einer siebenstufigen Skala ergaben. »Wir erwarteten einen Kompromiss zwischen Nachhaltigkeit und Verbraucherakzeptanz«, erzählt Erstautor Vahidullah Tac. »Aber wir fanden heraus, dass ein Burger mit drastisch niedrigeren Umweltfolgen noch mit einem der weltweit erfolgreichsten Burger mithalten konnte.«

Die Auswahl von Lebensmitteln zähle zu den folgenreichsten Alltagsentscheidungen, betont er. Man könne damit beides verbessern: »die eigene Gesundheit und die des Planeten«. (dpa/eli)

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  • Quellen

Tac, V. et al., npj Sci Food 10.1038/s41538–026–00953-x, 2026

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