Direkt zum Inhalt

Nach nur vier Stunden üben: Künstliche Intelligenz schlägt besten Schachcomputer der Welt

Das Programm AlphaZero, eine Version von AlphaGo, bringt sich selbst Schach bei und wird so extrem stark. Ist die Ära der spezialisierten Schachprogramme zu Ende?
Schachfiguren

Der selbstlernende Algorithmus AlphaZero, eine generalisierte Version von AlphaGo Zero, hat nun auch eine extreme Spielstärke im Schach erreicht. Wie ein Team des Unternehmens DeepMind in einer ArXiv-Veröffentlichung berichtet, benötigte das Programm nur vier Stunden, um eine übermenschliche Spielstärke im Schach zu erreichen. In 100 Partien schlug AlphaZero das bisher spielstärkste Schachprogramm Stockfish 8 mit 64 : 36 und verlor dabei keine einzige Partie. Außerdem lernte die Software Go und das japanische Schach Shogi und schlug dort ebenfalls die bisher stärksten Computer überzeugend.

Die besten Schachprogramme sind spezialisierte Systeme, deren ausgefeilte Analysesoftware über Jahrzehnte entwickelt wurde und die ausschließlich für Schach geeignet sind. AlphaZero verfolgt hingegen einen entgegengesetzten Ansatz, der schon AlphaGo Zero zum Erfolg führte: Der Algorithmus kennt nur die grundlegenden Regeln und beginnt, ausgehend von Zufallszügen, gegen sich selbst zu spielen. Auf der Basis der jeweiligen Ergebnisse bewertet das Programm seine Züge und lernt so sehr schnell, welche Strategien am besten funktionieren. Dieses Lernverfahren scheint speziell konstruierter Software grundsätzlich überlegen zu sein: AlphaZero meisterte binnen eines Tages die drei Spiele jenseits der Fähigkeiten nicht nur menschlicher Spieler, sondern auch spezialisierter Computer. Die Ära der immer ausgefeilteren Schachprogramme sei wohl vorüber, schreibt die Schach-Website chess24 auf Twitter.

49/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 49/2017

Lesermeinung

6 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos