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News: Kürzester blauer Lichtblitz an der Universität Karlsruhe erzeugt

Am Institut für Angewandte Physik der Universität Karlsruhe ist es Dipl.-Phys. Dieter Steinbach und Dipl.-Phys. Werner Hügel, Mitarbeiter des Lehrstuhls von Prof. Dr. Martin Wegener, gelungen, die bislang kürzesten Lichtblitze im blauen Spektralbereich zu erzeugen.
Die Dauer der Blitze beträgt 10.0 Femtosekunden, das ist der 100 billionste Bruchteil einer Sekunde (1/100.000.000.000.000 Sekunden). Um sich diese extrem kurzen Zeitdauern anschaulich vorstellen zu können, hilft ein Vergleich: In einer Sekunde legt Licht eine Strecke zurück, die 7,5 Mal um den Äquator der Erde reicht (300.000 km). In 10 Femtosekunden sind es gerade 3 Tausendstelmillimeter.

Die kurzen Lichtblitze ermöglichen es, die häufigen Stoßprozesse von Elektronen in Halbleitern zu untersuchen, die zum Beispiel die Geschwindigkeit von Computern und der Datenübertragung nachhaltig beeinflußen. Da sich die Zusammenstöße in unvorstellbar kurzen Zeiträumen abspielen, benötigt man diese äußerst kurzen Lichtblitze, um sie überhaupt beobachtbar machen zu können. Aus dem Verständnis der sichtbar gemachten Stoßprozesse hofft man, sie später in Halbleiterbau-Elementen kontrollieren zu können.

Mit den ultrakurzen Lichtblitzen wird am Institut für Angewandte Physik der Halbleiter ZnSe untersucht, der zur Herstellung von Leuchtdioden (LED) und Lasern im blauen Spektralbereich benutzt wird. Mit diesem wird die Farbpalette für flache LED-Bildschirme und Displays geschlossen. Ferner können durch den Einsatz dieses Halbleiters optische Speicher mit 10-fach höheren Speicherdichten realisiert werden.

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