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Ethnobotanik: Kulturelle Kriterien bestimmen Maisanbau mexikanischer Indianer

Die benachbarten Indianervölker der Tzotzil und der Tzeltal im mexikanischen Bundesstaat Chiapas nutzen unterschiedliche Maissorten, obwohl der Mais der Tzeltal meist ungleich höhere Erträge abwirft als jener der Tzotzil. Dennoch bleibt diese Ethnie ihrer gewohnten Maisvarietät treu.

Diese Nutzungsvorlieben führen im Endeffekt zu einer Vielzahl unterschiedlicher Maissorten, die an die jeweiligen örtlichen Umweltbedingungen meist sehr gut angepasst sind. Dies gilt ebenso für den Mais der Tzeltal, der im Hochland von Chiapas vergleichsweise hohe Ernten liefert. Wachstumsexperimente von Hugo Perales vom Colegio de la Frontera Sur in San Cristobal und seiner Kollegen belegen dies auch für seinen Anbau in Gärten der Tzotzil, die aber trotzdem eher ihren eigenen, weniger ergiebigen Maispflanzen vertrauen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler ist die kulturelle und historische Bindung an die jeweilige lokale Maissorte so stark, dass sich landwirtschaftliche Erkenntnisse von Nachbarvölkern nur sehr langsam oder gar nicht dagegen durchsetzen können. Im Endeffekt steigert dies aber wiederum die genetische Vielfalt der Nutzpflanzen.

Mais ist das dominierende Grundnahrungsmittel in Mexiko und wird dort in Hunderten verschiedener Sorten angepflanzt, die aber meist nur sehr lokale Verbreitung genießen. Die genaue Herkunft des Mais ist unklar; man nimmt an, dass er vor etwa 7000 Jahren aus der Teosinte (Euchlaena mexicana) gezüchtet wurde.

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