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Umwelt

Kunststoff-"Sand" verschmutzt die Ozeane

Zu winzigen Partikeln zerkleinerte Kunststoffabfälle verschmutzen Strände und Meere weltweit in erschreckendem Maße. Sie werden auch von
Müll an europäischen Küsten
Müll an europäischen Küsten | Zwischen großen Abfallresten wie Plastikflaschen bildet sich ein regelrechter "Sand" aus zerkleinerten Kunststoffpartikeln – nicht nur wie hier an der britischen Küsten, sondern auch an abgelegenen Orten.
Planktonorganismen und Sedimentbewohnern aufgenommen, wobei allerdings noch nicht bekannt ist, wie schädlich dies für die Lebewesen ist. Die Menge aber, die sich in den Lebewesen findet, hat in den letzten 40 Jahren offenbar drastisch zugenommen.

Raketenrest
Raketenrest | Ein etwas ungewöhnlicher Müllfund: Reste einer Rakete am Strand von St. Lucia.
Richard Thompson von der Universität Plymouth und seine Kollegen hatten zahlreiche Sedimentproben von der britischen Küste bis zurück in die 1960er Jahre analysiert und dabei mikroskopische Reste aus Nylon, Polyester und sieben anderen Kunststoffmaterialien entdeckt, die ursprünglich von Kleidern, Verpackungen oder Tauen stammen. Sie konnten die winzigen Fasern außerdem in Kleinkrebsen und Schlammwürmern nachweisen. Letztendlich könnten die Reste daher über die Nahrungskette selbst in den Menschen gelangen.

feine Kunststoffpartikel
feine Kunststoffpartikel | Die biologisch nicht abbaubaren Kunststoffreste werden wie Gestein zerkleinert und zermahlen.
Die Forscher warnen, dass die Verschmutzung noch weit schlimmer sein könnte, da sie nur bunte Partikel mit mehr als 20 Mikrometer Durchmesser nachweisen konnten. Sie befürchten außerdem, dass sich an die für sich vielleicht unschädlichen Körnchen giftige Chemikalien anlagern könnten.

Die einzige Methode, der Verschmutzung entgegenzuwirken, ist eine radikale Verringerung des eingetragenen Plastikmülls, betonen die Wissenschaftler. Dies verlange sowohl einen größeren Verzicht auf Verpackungsmaterial als auch eine konsequentere Müllpolitik.
08.05.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08.05.2004

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  • Quellen
Science 304: 838 (2004)

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