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Naturkatastrophen: Kurze Pause am Schlammvulkan

Gryphon: Kleiner Schlammvulkanschlot
Lusi, der letztes Jahr entstandene javanische Schlammvulkan, hat am Montagmorgen eine halbstündige Pause eingelegt: Erstmals seit seinem ersten Ausbruch am 29. Mai 2006 förderte er damit keinen heißen Schlamm mehr. Das meldet die BBC unter Berufung auf lokale Geotechniker.

Rudi Novrianto, Mitglied eines Teams von Fachleuten, die den Ausbruch stoppen wollen, hält einen positiven Einfluss der von ihnen durchgeführten Eindämmungsmaßnahmen für möglich: Seit Februar versenkten die Ingenieure mehrere hundert Betonkugeln im Krater, die jeweils 250 Kilogramm wiegen und immer zu einer Viererkette zusammengeschlossen sind. Damit wollen sie den Auftrieb des Schlamms bremsen und am Ende zum Versiegen bringen.

Der ebenfalls beteiligte Bagus Endar warnte gegenüber Reuters jedoch, dass die kurze Pause noch kein endgültiges positives Signal sei, da sich womöglich nur ein neues Gleichgewicht zwischen den aufsteigenden Erdmassen und den absinkenden Kugeln etabliert haben könnte. Aber auch er wertet die Unterbrechung als überraschenden Fortschritt, doch könne es noch mehrere Monate dauern, bis Lusi tatsächlich stillgelegt ist oder zumindest weniger Schlamm ausstößt – insgesamt sollen 1500 Betonketten eingebracht werden.

Bislang verschwanden mehrere Dörfer in den Fluten und wurden rund 15 000 Menschen obdachlos. Auslöser von Lusi waren höchstwahrscheinlich Probebohrungen eines indonesischen Unternehmens auf der Suche nach Öl- und Gasreserven, die wegen mangelhafter technischer Vorbereitung und Durchführung die Katastrophe auslösten. (dl)

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