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News: La Niña auf dem Rückzug

La Niña, die riesige Fläche kalten Wassers im Pazifik, wurde letztes Jahr noch für die anhaltende Dürre im Sommer verantwortlich gemacht. Das auch mit einer Reihe von Wirbelstürmen in Verbindung gebrachte Klimaphänomen scheint jetzt allerdings in seinen letzten Zügen zu liegen. Laut neuesten Daten von Raumsonden und Ozeanbojen ist La Niña bereits aus dem gesamten östlichen Teil des Pazifischen Ozeans verschwunden und befindet sich offenbar auch im restlichen Pazifik auf dem Rückmarsch.
"Der momentane Mangel an Zufluss von kaltem Wasser unter der Oberfläche bedeutet, dass diese La Niña Schwierigkeiten haben wird, noch weiterhin bestehen zu bleiben", sagt David Adamec vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. "Wie erwartet erreichte sie ein Maximum im Januar 2000 und nimmt seitdem ständig ab."

Die von den Raumsonden gewonnenen Daten zeigten, dass seit März das kalte Oberflächenwasser von La Niña durch Wasser ersetzt wurde, das etwa vier Grad wärmer ist, als vor der Küste Südamerikas üblich. Die Langlebigkeit dieses "Warm-Wasser-Fleckens" beginnt nun die Atmosphäre zu beeinflussen, indem er die Passatwinde schwächt, was sich unvorteilhaft auf das Bestehen von La Niña auswirkt.

Sollte die momentane Tendenz anhalten und die Winde weiterhin schwächer werden, könnte dies Prozesse in Gang setzen, durch die sich das warme Wasser weiter verbreitet und durch die eine Oberflächenerwärmung, wie sie bereits im östlichen Pazifik stattgefunden hat, verstärkt wird. Da Temperaturveränderungen im tropischen Pazifischen Ozean das Wetter in vielen Teilen der Vereinigten Staaten direkt beeinflussen, werden Wissenschaftler die Situation genauestens beobachten.

Anormales Verhalten im tropischen Pazifik hat die Wetterverhältnisse in den USA bereits in den vergangenen drei Jahren beeinflusst. Im Frühling des Jahres 1997 haben warme Wassermassen vor der Küste Südamerikas, die Ausdruck des bisher stärksten El Niños waren, zu einer Veränderung der Sturmmuster über dem Pazifik geführt. Dadurch entstand an der amerikanischen Westküste ein Sturm nach dem anderen, die dort eine Reihe von heftigen Überschwemmungen hervorriefen.

Im Mai des Jahres 1998 ersetzte plötzlich das kalte Wasser des Phänomens La Niña die warmen Wassermassen von El Niño. Im Laufe des letzten La Niña-Sommers erlebten die meisten südlichen Regionen der USA eine Trockenperiode, die zum Teil von dieser Unterbrechung des Wettermusters herrührte. Eine weitere Konsequenz von La Niña ist die Zunahme von Wirbelstürmen, welche über die Vereinigten Staaten hereinbrechen.

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