Direkt zum Inhalt

La Palma: Vulkanausbruch beeinträchtigt auch Teleskope

Seit dem 19. September strömt Lava vom Montaña Rajada und jagt die Eruption Asche in den Himmel. Das trübt inzwischen auch den Blick auf die Sterne.
Vulkanausbruch auf La Palma

Ein halbes Jahrhundert rührten sich die Vulkane der Bergkette Cumbre Vieja auf La Palma nicht. Doch dann meldeten sie sich Mitte September mit mehr als 1000 Beben wieder zurück, und seit dem 19. September 2021 strömt Lava von der Montaña Rajada nach Westen Richtung Meer. Rund 350 Gebäude sind mittlerweile zerstört, 6000 Menschen mussten ihre Heimat zumindest vorübergehend verlassen. Angesichts dieser menschlichen Schicksale ist es nur eine Randnotiz, aber in der Zwischenzeit musste auch das Isaac-Newton-Teleskop am Roque de los Muchachos seinen Betrieb einstellen, wie das Observatorium meldete.

Über mehrere Tage wurden die Beobachtungen nicht beeinträchtigt, da die Zufahrtsstraßen frei waren und nordöstliche Winde die Aschewolken weg vom Observatorium trieben. In der Nacht zum 23.9. (Donnerstag) erreichten jedoch Partikel und Staub auch den Roque de los Muchachos und bedeckten die Kuppel, Gebäude und Autos mit einer dünnen Schicht. Da die Kuppel jedoch ohnehin wegen Wolken geschlossen war, fiel keine Asche auf die empfindlichen Instrumente. Das Teleskop soll für einige Tage außer Betrieb bleiben, daher könnten einige Untersuchungen ausfallen, so die Mitteilung.

Momentan gelangen durch die Eruptionen jeden Tag auch zwischen 6000 und 12 000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Die Behörden warnten die Menschen deshalb davor, ungewaschenes Obst und Gemüse zu essen. Zudem rechnen sie damit, dass sich die Schwefeldioxidwolke nach Osten über den Rest des kanarischen Archipels in Richtung der Iberischen Halbinsel und das Mittelmeer bewegen wird. Die Küste Marokkos wurde bereits erreicht.

Der Lavastrom wälzt sich zudem inzwischen durch flacheres Gelände und wurde dadurch gebremst. Statt mit 700 Metern pro Stunde bewegt er sich nur noch mit 4 Metern pro Stunde voran. Dadurch türmt sich die Lava stellenweise bis zu 15 Meter hoch auf. Die lokalen Behörden fürchten außerdem, dass sich die Lava weiter in die Breite verteilt, statt ins Meer zu fließen: Größere Schäden könnten die Folge sein. Die Eruption könnte noch mehrere Wochen anhalten, schätzen Vulkanologen.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte