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News: Lachhaft

Mann lacht und Frau auch - aber anders. Die umfangreichste Studie aller Zeiten über das Lachen der Geschlechter ergab, dass Frauen melodisch singend lachen, während Männer eher grunzen und schnauben.
"Kennen Sie den schon?" fragt es vielerorts in die Runde; ein Witzchen folgt, und es wird herzlich gelacht. Na ja, höflich zumindest, vielleicht auch peinlich unterdrückt oder ungeniert schallend. Jedenfalls wird ganz unterschiedlich gelacht; was von zahlreichen Faktoren abhängig ist, nicht zuletzt natürlich von der Qualität des Witzes - und dem Geschlecht.

Und genau dafür interessierte sich eine Arbeitsgruppe um Jo-Anne Bachorowski, die sich seit Jahren an der Vanderbilt University in Nashville mit den stimmlichen Ausdrucksformen von Emotionen beschäftigt, sei es im Gelächter oder in tiefster Depression.

Unter einem Vorwand durften sich fast 100 Testlacher Szenen aus zwei Filmen anschauen. Aus dem Monty-Python-Streifen "Die Ritter der Kokosnuss" gab es den Ausschnitt zu sehen, in dem ein heruntergekommener Bestatter durch die Straßen zieht und für ein paar Pennys die tote Verwandtschaft der Bewohner aufkauft: "Bring out your dead! Bring out your dead!" Weniger schwarz, dafür genauso hintergründig war die schöne Meg Ryan, als sie in "Harry und Sally" in einem Restaurant lautstark demonstriert, wie glaubwürdig Frau Mann einen Orgasmus vorspielt.

Dass sie Versuchskaninchen waren und ihr Lachen heimlich auf Tonband gespeichert wurde, das ahnten die Freiwilligen nicht. Am Ende waren die Bänder pickepacke voll mit tausendfachem Gackern, Grölen und Gekicher. Kaum zu glauben, mit welch akustischer Vielfalt sich das Amüsement äußert.

Und dennoch konnten die Lachforscher in dem Gealber weibliche von männlichen Lachern unterscheiden: stimmhafte Laute - wie Kichern und Glucksen - von stimmlosen - wie Grunzen oder Schnauben. Zwar kicherten, glucksten, grunzten und schnaubten alle Probanden irgendwie, doch reagierten Frauen eindeutig eher mit stimmhaftem, beinahe melodiösem Gequietsche. Männer hingegen pressten ihr Vergnügen eher grunzig-schnaubig heraus - was im Falle des falschen Orgasmus' ja vielleicht auch Ausdruck eines gewissen männlichen Unbehagens war; aber das nur nebenbei, davon schreiben die Forscher nichts.

Außerdem stellte sich heraus, dass es sich mit offenen Vokalen - wie in Hahaha - viel besser lachen lässt als mit geschlossenen. Hohoho wird kaum gemacht. Jedenfalls nicht beim Lachen, womit wir wieder bei Meg Ryan wären: "Oh... Oh god... Ooo... Oh God... Oh... Oh... Oh... Oh God... Oh yeah right there Oh! Oh... Yes, Yes, Yes, Yes, Yes, Yes... Oh... Oh... Yes, Yes, Yes... Oh... Yes, Yes, Yes, Yes, Yes, Yes... Oh... Oh... Oh... Oh God Oh... Oh... Huh..."

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