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Medizin: Lärm erhöht das Risiko eines Herzanfalls

Xenotransplantation
Menschen, die in einer lauten Umgebung arbeiten oder leben, sind von einem höheren Herzerkrankungsrisiko betroffen.

Stefan Willich von der Charité in Berlin und sein Team haben die Lebensumstände von mehr als 2000 am Herzen erkankte Mitfünfziger mit über 2000 gleichaltrigen Kontrollpatienten verglichen. Die Forscher stellten fest, dass dauerhafter Umweltlärm, wie vom Straßenverkehr oder Flugzeugen, bei Männern das Risiko um bis zu fünfzig Prozent erhöht und bei Frauen sogar etwa verdreifachen kann. Von der Lautstärke am Arbeitsplatz hingegen sind Frauen nicht betroffen, aber bei Männern steigt das Herzerkrankungsrisiko um ein Drittel.

Bei rund 60 Dezibel erreicht die Risikoerhöhung ein Schwellenwert und bleibt danach konstant. Dieser Lautstärkewert entspricht etwa dem Geräuschpegel eines großen Büros. Die Wissenschaftler schlagen vor, den in West-Europa vorgeschrieben Grenzwert von 85, auf 65 bis 75 Dezibel zu senken.

Den Grund für die erhöhte Gefährdung sehen die Wissenschaftler in dem durch Lärm ausgelösten physiologischen Stress, welcher zum Anstieg der Hormone Adrenalin und Noradrenalin führt. Bekanntermaßen folgt daraus ein höherer Blutdruck und angestiegene Blutfettwerte – die Hauptursachen für Erkrankungen wie Herzinfarkt.

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