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Verhaltensforschung: Lästige Anmache

Aufdringliche Guppymännchen machen Weibchen zu Außenseitern.
Sexuelle aufdringliche Männchen zerstören die Gemeinschaft kooperativer Gruppen, weil sie die soziale, integrierende Wirkung der Weibchen aufweichen. Im Extremfall dürfte das dazu führen, dass eine Spezies die Vorteile verliert, die das Gemeinschaftsleben ihr bietet, berichten Safi Darden und Lauren Watts. Somit schafft sich sexuelle Belästigung im Ernstfall womöglich allmählich selbst ab.

Das schließen die Forscher von der University of Exeter in England aus ihrer Untersuchung an Guppys (Poecilia reticulata), deren zwischengeschlechtliches Verhalten sie im Aquarium penibel beobachtet haben. Die Männchen der schwimmenden Versuchstiere sind bekannt dafür, im Paarungsrausch Weibchen massiv und wiederholt zu bedrängen. Darden und Watts interessierte nun, wie sich dies auf das Verhalten der Weibchen auswirkt.

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Guppyweibchenbelästigung | Dieses Guppyweibchen wird von zwei Männchen bedrängt, die deutlich kleiner sind als ihre Partnerinnen. Um der Nötigung zu entgehen, fliehen die Weibchen in tieferes Wasser, wo allerdings mehr Feinde drohen.
Normalerweise schwimmen die Weibchen gemeinsam in gut organisierten Sozialgruppen, die sich beispielsweise untereinander schützen. Die Auswertung ergab nun eindeutig, dass bedrängte Weibchen sich in ihrem Bemühen, den Männchen auszuweichen, oft weit von anderen Tieren entfernen. Zudem reagieren sie in der Gegenwart eines Männchens deutlich aggressiver und attackieren dann häufiger auch die weiblichen Artgenossen in ihrer Nähe – wahrscheinlich, weil ihr Hormonspiegel sich nach wiederholten Angriffen verändert.

Insgesamt büßt die Guppygemeinschaft dadurch den inneren Zusammenhalt ein, was langfristig sicher negative Folgen haben dürfte. Guppygruppen, in denen sexuelle Belästigung durch männliche Tiere überhand nimmt, wodurch die weibliche Solidarität sich dann abschwächt, würden sich im Laufe der Evolution nicht durchsetzen, so die Forscher optimistisch. Ähnliche Zusammenhänge sind auch schon bei anderen in Gruppen lebenden Tieren beobachtet worden, etwa nordamerikanischen Wapitihirschen oder den Grevy-Zebras.

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  • Quellen
Biol. Lett. 10.1098/rsbl.2011.0807, 2011.

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