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Autoimmunerkrankungen: Leptin-Blocker als neue Waffe gegen Multiple Sklerose?

Italienische Forscher haben einen viel versprechenden Weg zur Bekämpfung Multipler Sklerose gefunden. Beim Versuch mit Mäusen, die an einer MS-ähnlichen Erkrankung leiden, fanden Giuseppe Matarese und seine Kollegen von der Universität Neapel heraus, dass sich die Krankheit durch eine Blockade des Appetit-Hormons Leptin bremsen lässt. Dieses Hormon wird von den Fettzellen nach dem Essen freigesetzt, um die Esslust zu zügeln.

Wie Matarese schon früher durch Versuche mit Mäusen zeigen konnte, beeinflusst es offenbar ebenfalls die Funktion des Immunsystems. Dazu hatte er den Nagern eine Hungerkur verordnet. Die Entzündung verlief bei den fastenden Tieren wesentlich weniger heftig als bei Artgenossen, die normal fraßen. Einen ähnlichen Effekt konnten die Forscher jetzt durch den Einsatz von speziellen Antikörpern und anderen Substanzen erzielen, die ohne Fastenkur das Leptin stoppten, indem sie die entsprechenden Rezeptoren blockierten: Das Fortschreiten der Krankheit verlangsamte sich und die Anzahl der T-Zellen sank, berichtet Matarese. Auf Grund dieser Erkenntnisse hofft er nun, neue Behandlungsformen gegen MS zu finden, die auf Leptin abzielen. Welche Nebenwirkungen die Blockade des zentralen Appetitreglers sonst haben könnte, lässt er allerdings offen.

Multiple Sklerose ist eine meist schubförmig verlaufende, chronische Autoimmun-Erkrankung des Nervensystems. Es kommt zur Zerstörung der Myelinschicht, welche die Nervenfasern umhüllt. Sie beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und betrifft bevorzugt Frauen.

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